Aber vielleicht, überlegte er weiter, wurde es immer frisch zubereitet, das Fleisch musste schließlich eine Weile schmoren. Als das Couscous dann endlich vor ihm stand und er zu essen begann, schmeckte es ihm sehr gut, eine ausgewogene Mischung aus scharfen und sanften Elementen, zweifellos das beste Essen, das er auf seiner Reise bisher bekommen hatte. Es war dann auch das Letzte, denn am nächsten Tag würde er ja wieder abreisen. Zu dem Eintopf gab es kühles Wasser und man servierte ihm, ohne dass er ihn extra bestellen musste, sehr heißen, stark aromatisierten Tee in winzigen Gläsern, die nachgefüllt wurden, wenn er sie ausgetrunken hatte. Die Rechnung, die der Kellner, der vermutlich auch der Koch und der Chef in einer Person war, schließlich präsentierte, war so lächerlich niedrig, dass er den Zahlen zuerst keinen Glauben schenken wollte. Der Kellner prüfte die Rechnung, die er gerade selbst ausgestellt hatte, noch einmal und zählte das Geld, das er ihm hingelegt hatte, sorgfältig. Weil es ihm so gut geschmeckt hatte, gab legte er noch ein großzügiges Trinkgeld drauf. Der Kellner nahm es entgegen, als sei es völlig selbstverständlich oder als habe er so etwas noch nie bekommen und wisse gar nicht, was das sei, ohne Dank, ohne Kommentar, es schien eine pure Selbstverständlichkeit zu sein. Ein seltsames Land, dachte er, an die Sitten hier, musste man sich erst mal gewöhnen, aber dazu war es nun zu spät.
Als er wieder auf dem kleinen Platz stand, war er durchaus mit sich zufrieden. Es gab nun nichts mehr, was er unternehmen konnte, es war dunkel, fast alles war zu, die Straßen leer und so beschloss er, langsam zu seinem Hotel zurückzukehren. Es schien, dass die Leute hier immer früh ihre Wohnungen aufsuchten, weil die Geschäfte früh schlossen, um so überraschter war er, als plötzlich, wie aus dem Nichts, eine Frau auftauchte, eine Gestalt in der landesüblichen langen, dunklen Burka, aber ohne Schleier vor dem Gesicht.
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