Ich ersuche sie daher, mich in der üblichen Weise zu bestrafen. Ich denke, dass ich eine adäquate Behandlung verdient habe!“ Frau Dr. Amanda Streich wusste um die Integrität ihrer wertvollsten Mitarbeiterin. Sie hätte über den Regelverstoß der Lehrerin hinweg gesehen, da sie Hedwig sehr schätzte. Nun ließ ihr die 43-jährige Frau keine andere Wahl. „Sie wissen, dass auf schwerere Regelverstöße sechs Rohrstockhiebe stehen? Hedwig, ich bitte sie: denken sie noch einmal über mein Angebot nach! Ich vergesse den Vorfall und ich bin mir sicher, dass sich keine der Schülerinnen trauen wird, eine Beschwerde einzureichen.“ „Nein, Frau Dr. Streich! Ich möchte den Vorgaben entsprechend, gezüchtigt werden. Ich bitte sie nur, die Tür ihres Büros abzuschließen. Es wäre mir doch unrecht, wenn eine Kollegin Zeuge meiner Schmach würde.“ Die Direktorin appellierte noch ein letztes Mal an Hedwig. „Wir könnten es auch anders lösen, Frl. Reiser. Da wir ja unter uns sind, und sie auf eine Bestrafung bestehen. Es gäbe da auch die Möglichkeit, dass ich sie…nun ja…übers Knie lege. Von unserem Altersunterschied her würde es ja Sinn machen, wenn ich sie wie meine, etwas ältere…Tochter… behandle. Dadurch könnte man diese unleidige Angelegenheit ja bestimmt auch aus der Welt schaffen. Glauben sie mir Hedwig, sie können auch auf diese harmlosere Weise sühnen!“ Hedwig spürte eine Welle der Scham. Sie wusste, dass Frau Doktor Streich dieses Angebot gut meinte, aber das kam nicht in Frage. „Ich danke ihnen für diese Offerte, die ich jedoch nicht annehmen kann. Ich möchte in einer angemessenen Form gezüchtigt werden. Bitte, Frau Dr. Streich…lassen sie es uns erledigen!“ Die Direktorin seufzte, um dann die Türe zu verriegeln. Hedwig Reisers Sturheit war legendär. Amanda Streich hätte sich die jüngere Kollegin gerne über den ausladenden Schoß genommen.
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