Frederik unter Belagerung

Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft

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Frederik unter Belagerung

Frederik unter Belagerung

Reinhard Baer

Gut, dass ich rechtzeitig mein Sniping-Gewehr auf dem Rücksitz unter einer Decke versteckt hatte, so dass es von außen nicht direkt ins Auge stach, dass ich eher nicht der harmlose Reisende war. Etwa 5 km westlicher – der Checkpoint war längst außer Sichtweite – knickte die 183 nach Süden ab, und ich folgte ihr.
Wie damals mit Jill, Linda und Ellen überquerte ich zwischen Snyder und Manitou den Murray River, nur jetzt alles im Zeitraffer, weil ich einem Nissan die Sporen gab und nicht einem Pferd.
Hinter der Brücke stand immer noch das von zahlreichen Schüssen durchsiebte Schild ‚Tillman County / Oklahoma' und der Wegweiser, der den Weg zu den nächsten Orten wies: ‚Manitou 7 Meilen', ‚Frederik 15 Meilen'.
Auf der brettebenen Straße strebte ich nach Süden. Ich nahm Geschwindigkeit raus, da ich nicht auffallen wollte. Waldgebiete wechselten sich mit Landwirtschaftsflächen ab. Das Leben war stellenweise zurückgekehrt. Vereinzelt sah ich Farmer ihrem Tagwerk nachgehen und Vieh auf den Weiden. Kurz darauf durchquerte ich Manitou. Gerne erinnerte ich mich an den kleinen Badespaß im Garten unseres Übernachtungsquartiers, wo es mir vergönnt war, alle drei Ladies ausgiebig beim Baden beobachten zu dürfen. Zu dürfen? Na ja, gefragt hatte ich nicht 😉
An der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Bahnlinie, die die Stadt durchzog, stand immer noch der Landhandel mit seinen riesigen Getreidesilos, auf denen in Großbuchstaben mannshoch ‚CASSIDY GRAIN LTD.' stand. Er wurde wieder betrieben. Auf Höhe des markanten Wasserturms von Manitou verließ ich die 183. Es war nicht ratsam, die Hauptstraße weiter zu benutzen. Sollte Frederik belagert oder gar angegriffen werden, würde ich unseren Feinden direkt vor die Flinte fahren, denn diese würden sich vor allem an die Straßen halten, um das Gebiet abzuschnüren.

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