Frederik unter Belagerung

Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft

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Frederik unter Belagerung

Frederik unter Belagerung

Reinhard Baer

Mein Blick ging auf die Tankuhr. Das Benzin ging sichtbar zur Neige. Alle Kraftstoffvorräte in den Kanistern auf der Ladefläche hatte ich bereits verbraucht.
Ich würde also tanken müssen. Einen dünnen Schlauch ausreichender Länge hatte ich mir bereits in der befriedeten Zone in einem „The Home Depot" besorgt. Gegen Geld! Der Baumarkt wurde wieder regulär betrieben, und ich wollte mich nicht auf mein Glück verlassen, irgendwo einen zu finden. Südwestlich von Indianapolis verließ ich bei Hazelwood den US Highway 70 und suchte eine Tankstelle. Benzin war vorhanden, und ich saugte auf die altbewährte Methode an, um den Tank und die Kanister zu befüllen. Zwei streunende Donalds, die fauchend um die Ecke kamen, lagen binnen weniger Sekunden kopflos im Staub, und ich musste mal wieder die Machete putzen.
Der Rest der Reise verlief – von dem Besuch bei dem kleinen Flittchen mal abgesehen – ähnlich ereignislos wie der erste Teil. Ich hatte viel Zeit, über mein Leben im Allgemeinen und meine Weibergeschichten im Besonderen nachzudenken. Zuviel Zeit vermutlich. Ständig war ich am Grübeln, und kein Autoradio, das mich abgelenkt hätte. Radiosender waren rar in der heutigen Zeit und lediglich in den befriedeten Zonen teilweise empfangbar. Selbst die mit großen Qualitätsverlusten sendenden Landwellensender irgendwelcher Administrationen waren hier in the ‚Middle of nowhere' nicht zu empfangen.
So blieb das Grübeln und der schon so oft vergeblich gefasste Vorsatz, dass es SO nicht weitergehen konnte – aber wie dann? Langsam reifte in mir, was das anbelangte, ein Entschluss …
St. Louis, Springfield und Joplin zogen an mir vorüber. Die langen Stunden auf irgendwelchen Highways und Interstates zogen fast wie in Trance an mir vorbei. Einmal – auf der 44, ausgerechnet bei Justice – schien die Straße blockiert.

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