Wenn wir uns beeilen, kriegen wir sie noch vor der Grenze!“ Earl stimmte ihm zu. Die fünf Männer trugen Gewehre bei sich. Earl und George hatten sich zusätzlich Revolvergurte umgeschnallt. George Drew war wild entschlossen, diesen verdammten Niggerfreund in die Hölle zu schicken. Er stritt oft mit seinem jüngeren Bruder, aber dass Abraham ein so unwürdiges Ende fand, das konnte er nicht hinnehmen. Die Männer trieben den Pferden ihre Sporen in die Flanken. Alfred ahnte nichts von diesen Verfolgern, aber er war schlau genug, um damit zu rechnen. Er hielt den Kutscher zur Eile an, bat ihn eindringlich, die Pferde an ihre Grenzen zu treiben. Alfred sorgte sich auch um Harriet, da er seinem Vater so einiges zutraute. Alfred wusste noch nicht, dass der Alte bereits versucht hatte, Harriet unter Druck zu setzen. Die junge Frau widerstand Carls Drohungen, die sie als Luftnummer entlarvte. Alfred konnte stolz darauf sein, eine so starke Persönlichkeit an seiner Seite zu wissen. Seine Verlobte führte derweil ein offenes Gespräch mit ihrer Mutter, das sie sich so nie erträumt hätte. Anne Wilder gestand ihrer Tochter, dass sie von Matt Summers übers Knie gelegt wurde. „Ich habe über reagiert, als ich dich bestraft habe. Matt hat mich eindrücklich darauf hingewiesen. Oh Harriet, er hat mir streng den Popo versohlt! Nun weiß ich wieder, wie es sich anfühlt, wenn einem jemand von hinten her die Leviten liest.“ Harriet verkniff sich ein Lächeln. Sie hatte ja mit angesehen, wie der Doc ihrer Mutter den Hintern ausklatschte. Harriet nahm ihre Mama in den Arm. Anne rührte diese Geste zu Tränen. Sie spürte eine starke Verbindung zu ihrer Tochter, die sie noch niemals so intensiv wahrgenommen hatte. Die Frauen umarmten sich lange. Es umgab sie das warme Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.
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