Freinacht

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Freinacht

Wulff Triebsch

Zu welchem Paar die Stimmen gehörten, die ich jetzt deutlich vernahm, konnte ich im dämmrigen Licht nicht erkennen. Doch sie erregten meine Neugier.
„Kaum berührt man dich, vibrierst du am ganzen Körper“, meinte eine männliche Stimme.
„Es ist das Spiel deiner Hände, mein Liebster, wenn sie über meinen Körper streichen, als wäre ich deine Lyra. Alles in mir erklingt dann vor Lust nach mehr; ich möchte dich in mir spüren, nicht nur deine Hand.“ Die Stimme der Frau ging in ein Seufzen über. „Ja, dort habe ich es am liebsten…“ Sie stöhnte auf.
„Wie glatt du hier rasiert bist.“
„Das macht Wulff. Er ist Friseurmeister. Die Berührungen mit dem scharfen Messer erregen mich sehr. Ich verspüre jedes Mal dabei große Lust auf einen Mann.“
Das war unverkennbar Lydia, ganz bestimmt in den Armen Svens. Doch so sehr ich mich suchend umschaute, entdecken konnte ich beide nirgendwo. Vermutlich versperrte der Kachelofen meinen Blick.
„Unten ist meine Frau ganz dicht behaart“, hörte ich Sven. „Manche Männer finden nur mühsam den Zugang zu ihrer Liebesspalte.“
„Du bist verheiratet?“, keuchte Lydia.
„Ja, mit Ruth, der Hohepriesterin.“
Lydia stieß einen tiefen Seufzer aus. „Mein Liebster, deine Hände, deine Finger, lass sie spielen, wo ich sie am liebsten spüre! … höher, noch höher, bis zu dieser Knospe … ah! … ja, und deine andere Hand an meinem Po. Wie zärtlich deine Finger sind … wenn sie eindringen!“ Lydia stieß einen spitzen Schrei aus. „So muss es sich anfühlen, wenn man von zwei Männern genommen wird … ah!“
„Hast du so etwas schon einmal gemacht?“
„Nur davon geträumt“, hauchte Lydia sehnsuchtsvoll.
Ich merkte erst jetzt, wie unruhig Ruth neben mir geworden war. Sie legte wieder zwei Finger auf meine Lippen. Schweigen sollte ich diesmal und ihr keine neugierigen Fragen stellen. Sie ergriff meine Hand, zog mich fort von diesem Ort, als hätte ich schon zu viel über ihre körperlichen Unzulänglichkeiten erfahren.

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