Plötzlich kommt eine unbekannte Frau aus der Tür zum kleinen Aufenthaltsraum hinten im Salon. Für eine Sekunde stockt mir der Atem, denn ich kann sie nur als wahre Augenweide beschreiben, so wie sie in ihrer dunklen Marlenehose und der farbigen Bluse auf mich zukommt. Ich schätze sie auf etwa eins fünfundsiebzig, also nur zehn Zentimeter kleiner als mich. Dazu hat sie lange Beine und eine gute Körbchengröße B, soweit ich das unter der weit geschnittenen Bluse erkennen kann. Genau das, was mir gefällt. Ihr heller Teint passt perfekt zu den naturblonden, längeren Haaren, die sie zu einem kunstvollen Knoten hochgesteckt, und mit einem Samtband verziert hat. Das Gesicht der Unbekannten ist eher zart, mit einer wohlproportionierten Nase und leicht hervorstehenden Wangenknochen. Das Faszinierendste sind aber ihre Augen: Noch nie habe ich ein so volles, tiefes Blau gesehen. Ein warmes Blau, schießt mir durch den Kopf, ohne dass mir der Widerspruch bewusst wird.
„Hallo, ich heiße Inga“, lächelt mich die Unbekannte an, während sie mir die Hand reicht. Ihr süßer, skandinavischer Akzent ist nicht zu überhören.
„Hallo …, Alfred“, stammle ich, denn fast hätte ich einfach nur Wow gesagt.
„Inga arbeitet seit dem Ersten hier und sie wird den Salon übernehmen, schließlich gehe ich bald in Rente und ich möchte mich jetzt schon langsam aus dem Tagesgeschäft zurückziehen“, holt mich Monikas Stimme endgültig in die Realität zurück.
„Das freut mich, ich dachte schon, ich müsste mir bald einen anderen Salon suchen. Dabei fühle ich mich wohl hier“, wende ich mich an Monika, bevor ich Inga nochmals ein herzliches Willkommen wünsche. Während ich mich auf dem Stuhl platziere und Inga mich mit dem großen Umhang einhüllt, macht Monika es sich auf dem freien Stuhl zu meiner Rechten bequem.
Friseurbesuch
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