Friseurbesuch

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Friseurbesuch

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Alnonymus

Augenblicklich ergibt sich eine angeregte Unterhaltung, bei der ich erfahre, wie es zum geplanten Wechsel gekommen ist.

In der nächsten fast dreiviertel Stunde erzählt mir Inga außerdem, dass sie eine schwedische Mutter und einen deutschen Vater hat. Die ersten zwölf Jahre hat sie in Schweden verbracht und ist dann mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen, da ihrem Vater eine neue Stelle angeboten wurde. Vor gut einem halben Jahr ist sie dann hierher in die Stadt gezogen. Warum, verrät sie nicht, aber ich entnehme ihren Andeutungen, dass es mit dem Ende einer unglücklichen Beziehung zusammenhängen muss. Auch ihr Alter verrät sie natürlich nicht, doch ich schätze sie auf etwa drei oder vier Jahre jünger, als mich mit meinen neununddreißig Jahren, und Kinder scheint sie nicht zu haben.

„Ich bin wirklich froh, dass ich den Salon hier gefunden habe, und Monika mich so herzlich willkommen geheißen hat“, meint Inga schließlich. Und ich erst, schießt es mir durch den Kopf.
„Das ist nachvollziehbar. So viel Glück muss man erst einmal haben“,antworte ich stattdessen nur. Denn auch wenn sie mir die Haare genauso schneidet wie Monika, die gleichen Abläufe und Bewegungen hat, kribbelt es irgendwie, wenn sie mir mit den Fingern durch die Haare fährt. Bei Monika ist es auch immer sehr angenehm, aber irgendwie fühlt es sich bei Inga noch intensiver an. Dabei bemühe ich mich permanent, ihr nicht zu tief in die Augen zu sehen, denn ich könnte glatt in dem wunderbaren Blau versinken. Doch zumindest lenken mich unsere Unterhaltung und Monikas Gegenwart etwas ab. So gehe ich schließlich beschwingt, aber doch auch ein wenig verwirrt nach Hause.

Bei dem Termin einige Wochen später, wuselt Monika im Salon herum, während mir Inga die Haare schneidet.

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