Wir sollten auch neue Wege gehen, die das Internat in eine Vorreiterrolle bringen. Setzen wir doch mehr auf Eigenverantwortung der Mädchen, anstatt sie ständig übers Knie zu legen. Man könnte die körperliche Züchtigung ja für ganz schwere Vergehen noch in der Hinterhand behalten, ansonsten aber andere Strafen einführen. Die Mädchen sollten ja aus ihren Fehlern lernen, wozu ein Povoll vielleicht nicht so viel beitragen kann. Die Hiebe bringen ja mitnichten Einsicht, das weißt du ja selbst!“ Magda erschrak, da diese Bemerkung einen recht kessen Unterton aufwies. Sie beobachtete Hedwig, die ihn aber anscheinend nicht wahrgenommen hatte. Magda spürte eine Erleichterung, da sie ihre ältere Freundin nicht verärgern wollte. Es war ihr wichtig, sie zu überzeugen, auch wenn ihr eigener Po dadurch in Gefahr geriet. Hedwig konnte auch impulsiv reagieren, wenn ihr ein unangemessener Tonfall gegen den Strich ging. Magda wusste das genau!
Hedwig spürte, dass Magda nicht unrecht hatte. Sie spürte selbst eine Müdigkeit, die diese alten Strafen betraf. Hatte eine moderne Direktorin nicht Besseres zu tun, als 18-jährigen Mädchen den Po zu versohlen? Zumal es ja nicht viel nutzte! Junge, selbstbewusste Frauen wie Manuela ließen sich auch von schlimmen Sitzbeschwerden kaum aufhalten, wenn sie ihr Ziel erreichen wollten. Trotzdem bestand Hedwig auf der ausstehenden, letzten Bestrafung der drei Schülerinnen. Magda erinnerte sie daran, dass die Mädchen mittlerweile zu den guten Schülerinnen gehörten, was sich in ihren Noten nieder schlug. Sie bat Hedwig, darauf Rücksicht zu nehmen. Die Direktorin versprach ihrer Freundin, dass sie daran denken wollte, wenn die Mädchen vor ihr standen. „Na gut, Magda, dann lege ich die Früchtchen halt nur übers Knie, was mir aber gewiss Freude machen wird! Im Grunde stimmt es ja, was du da sagst. Die Zeiten haben sich merklich geändert.
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