Für alle Sinne

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Für alle Sinne

Für alle Sinne

Yupag Chinasky

Eine Rechnung, das wisse er ja bereits, würde er nicht erhalten. Sie fuhr fort, dass es hier üblich sei, sich mit einem Decknamen anzusprechen und sich untereinander und mit den Damen zu duzen. Sie hätte sich die Freiheit genommen, für ihn einen Namen bereits ausgewählt zu haben. Damit überreichte sie ihm eine schlichte Visitenkarte, auf der nichts weiter stand als "Siegfried". Sie hoffe, er sei damit einverstanden, schließlich sei Siegfried ja eine durchaus positive und sehr starke Persönlichkeit, man denke nur, wie er Gunther geholfen habe, Brünhild zu besiegen und auch Krimhild hätte er wohl zufriedengestellt, jedenfalls habe man nichts Gegenteiliges erfahren. Somit könne er es als Ehre auffassen, so genannt zu werden. Sie wechselte noch einmal das Thema und erklärte, dass fotografieren und telefonieren während des Ereignisses nicht erlaubt sei und deswegen solle er ihr bitte ihr sein Handy geben, sie würden es sicher im Tresor aufbewahren. Sie bat ihn auch, sein Portemonnaie mit Bargeld und Kreditkarte einzuschließen, Geld braue er hier keines, weil alle Angebote, wirklich alle, betonte sie, im Preis inbegriffen sei, es würden also keine Kosten entstehen, die er gleich bezahlen müsste. Um Missverständnisse bei der Vergabe von Trinkgeldern zu vermeiden, sei ein einfaches System eingeführt worden. Es gäbe Bonuskärtchen, auf den roten stünde die Zahl 10, auf den blauen 20 und auf den braunen 50. Sie zeigte ihm die Kärtchen. Er könne jederzeit welche bekommen und nur wenn er sie an den Empfänger übergebe, würde sein Konto um jeweils 10, 20 oder 50 € belastet. Auf diese Weise könne er sich erkenntlich zeigen, wenn er mit einer Dienstleistung besonders zufrieden war. Diese Regelung habe sich eingebürgert, Bargeld sei unerwünscht, es würde nur die angenehme Atmosphäre stören und außerdem würde man so vermeiden, dass doch einmal Geld abhandenkäme.

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