Für den Verlag

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Für den Verlag

Für den Verlag

Manuela Sauvageot

Wie viel? fragte er.
Blasen 25, mit Schlucken 50, und wenn du ihn mir reinschieben willst, ebenfalls 50 – natürlich nur mit Kondom! sagte ich. Alles andere ist tabu!
Er nickte, öffnete die Tür des Wagens und meinte: Steig ein!
Ich setzte mich neben ihn, aber im selben Augenblick kamen mir Zweifel, ob meine Idee so gut war. Ich wusste nicht einmal, wo ich mit ihm hinfahren sollte, aber er schien sich auszukennen und steuerte zielbewusst einen einsamen Parkplatz an, auf dem bereits einige Wagen standen. Die beschlagenen Scheiben ließen vermuten, was in ihrem Innern vor sich ging.
Ich hatte es einfach wissen wollen, und ich brauchte Stoff für meinen neuen Roman, der im Rotlicht-Milieu spielen sollte. Verdammt, ich hatte doch keine Erfahrung in solchen Dingen, aber wie sollte ich darüber schreiben, wenn ich nichts davon wusste?
Es war die Idee meiner Freundin gewesen, nachdem ich in meinem letzten Roman einige gelungene Liebeszenen eingearbeitet hatte, bei denen sich bald herausgestellte, dass jene Seiten die meisten „Eselsohren“ bekamen.
Nun, ich hatte mir vorgenommen, künftig vom Schreiben zu leben, also durfte ich nicht wählerisch sein. Ich unterbreitete dem Verlag ein Angebot, ohne recht zu wissen, auf was ich mich da einließ.
Der Verlag war skeptisch, zumal man dort einen neuen Geschäftsführer eingestellt hatte, den ich bisher nicht persönlich kannte. Bevor ich nicht einige handfeste Proben für mein Können auf diesem Gebiet vorlegte, könnten sie mir keine verbindliche Zusage machen, sagte man mir.
Im Internet findet man doch alles, hatte ich mir gesagt, aber ich hatte bald feststellen müssen, dass mir die Informationen die ich entdeckte nicht die Inspiration brachten, die ich brauchte, um einen Roman hinzulegen, der auch auf lange Sicht Bestand haben würde.
Immerhin hatte ich genug erfahren, um es zu wagen, mich freiwillig auf den Strich zu begeben. Ich hatte eine vage Vorstellung davon, wie sich eine Prostituierte benahm, kannte die üblichen Preise, und natürlich wusste ich, wie weit ich gehen wollte. – Gottseidank war ich nie prüde gewesen.
Nun, die erste Vorstellung war offensichtlich überzeugend gewesen, und erstaunlicher Weise hatte mich auch keine der anderen Nutten dumm angequatscht, als ich mich in unmissverständlicher Haltung zu ihnen an die Straße stellte.

Bisteneu, hatte mich eine gefragt, als ich sie um Feuer bat – natürlich hatte ich mein Feuerzeug vergessen, und es brauchte eine ganze Weile Überwindung, bevor ich sie ansprach.
Auch-von-Gregor-was, meinte sie mehr feststellend als fragend, während sie abschätzend an mir herunter sah. Ich nickte, obwohl ich nicht wusste, wer Gregor war. Sie hatte mich fast mitleidig angesehen, sich selbst eine Zigarette angesteckt und gesagt: Dachte ich mir. Dann hatte sie ihr Ohr ganz nahe an das meine gehalten und geflüstert: Sieh zu, dass du einen anderen findest, Gregor ist ein Schwein… Aber bevor ich sie näher befragen konnte, war sie mit wiegenden Hüften die Straße hinunter verschwunden.
Dann hatte der Wagen gehalten…
Was ist, fragte er, während er an seiner Hose nestelte um seinen Schwanz freizukriegen. Mein Gott, dachte ich, wie im Film, doch was tut man nicht alles für die Karriere! Sein Glied starrte genauso auffordernd wie verlangend in die Höhe, und erst jetzt wurde mir bewusst, was ich mir vorgenommen hatte. – Ich wollte einem völlig fremden Mann den Schwanz lutschen, oder noch ganz anderes! Er spielte an seiner Vorhaut indem er sie auf und abschob.
Erst blasen, sagte er, und begann es sich bequem zu machen, indem er die Rückenlehne hinunter ließ, eine Hand weiter mit dem Glied beschäftigt.
Komm schon, sagte er, indem er mir seinen Stab entgegenstreckte, du kannst es ausspucken, - ich bin keiner von denen, die…
Fünfundzwanzig! schoss es aus mir hervor, während ich merkte, wie mir die Röte in die Wangen fuhr. – Ein schlechter Lohn.
Er fingerte nach seinem Portemonnaie, zählte einige Scheine ab, und drückte sie mir in die Hand.
Und dann möchte ich sehen, was du unter deinem hübschen Rock hast und wir werden sehen ob du deinen Preis Wert bist. Erst jetzt bemerkte ich seinen amerikanischen Akzent. Er war Ausländer, und während ich bereits gedankenverloren an seinem Glied fingerte, ließ ich die Scheine durch die Finger der anderen Hand gleiten und stellte fest, dass er mich mehr als reichlich für die verschiedensten Dienste bezahlt hatte!
Verdammt, es hatte ein kurzer schneller Fick werden sollen, gerade so lange, dass es reichte, um ein Gefühl für diese Szene zu bekommen und darüber schreiben zu können, und nun…
Ich wusste nicht, wie mir geschah. Ich steckte das Geld fort und beugte mich, ohne weiter nachzudenken, zu seinem glänzenden Glied hinab.
Ich hatte noch nie jemandem einen geblasen, auch meinem Freund nicht. Verwundert bemerkte ich, dass dieser Fremde frisch geduscht war, denn sein Glied roch rein und erregend. Ich konnte nicht glauben, wie leicht es mir fiel, es in den Mund zu nehmen und daran zu lutschen. Ja, es erregte mich und bald fand ich mich in einer lutschenden Hingabe gefangen, die ich mir nicht hätte träumen lassen!
Leidenschaftlich begann ich seine Eichel zu reizen, während er meinen Kopf streichelte. Ich nahm sie in den Mund und leckte saugend. Ich hörte sein verhaltenes Stöhnen und fühlte seine verlangenden Bewegungen, die sich der entladenden Ekstase näherten.
Fuck me… magnificent…, hörte ich ihn murmeln, und bemerkte im letzten Augenblick, dass sein Glied zu zucken begann.
Fasziniert beobachtete ich, wie die feuchte Fontaine sich entlud, während meine Finger fortfuhren seinen Penis zu reiben. Das Glied bäumte sich auf und spannte sich zwischen meinen Fingern. – Wie kraftvoll und energisch es sich aufbäumte!
Schließlich hing noch ein einsamer Tropfen an der schimmernden Spitze, nachdem die Flut verebbt war, und fragte mich, was in mich fuhr, als ich meinen Mund noch einmal näherte, den Tropfen ableckte und begann mich wieder mit diesem erregenden Fleisch zu beschäftigen. Ich war erstaunt, wie neutral das Ejakulat schmeckte, aber das Bewusstsein von dem was ich hier tat erregte mich wie ich es noch nie erlebt hatte. - Ich, eine Hure, an diesem Ort, mit einem wildfremden Mann! Ich fühlte, wie ich selbst feucht wurde und es sich zwischen meinen Beinen regte. Ja, sogar der Gedanke eine Hure zu sein, machte mich geil.
Incredible, stöhnte er wohlig und ließ mich gerne gewähren. Ich begann seinen Gürtel zu lösen und seine Hose weiter zu öffnen.
Warte - wait, sagte er, betätigte einen Knopf, was die Lehne weiter nach hinten absenkte bis sie fast waagerecht war.
Nach und nach fielen die Hüllen. Nun kommst du an das Material was dir gefehlt hat, dachte ich kurz, doch dann wurde ich wieder ganz von dem gefangen genommen, was sich hier entwickelte. Ich war längst nicht mehr die nüchterne Geschäftsfrau, nicht die engagierte Schriftstellerin und nicht die notgedrungene Prostituierte. Ich war einfach geil und wollte diesen Mann ficken! Es interessierte mich nicht mehr wo wir uns befanden, im Gegenteil! Ich spürte sein Glied, das sich drängend in mir versenkte, seine Hände an meinen Brüsten und wenn er nicht dafür gesorgt hätte, hätte ich sogar das Kondom vergessen. Ich wollte seinen Schwanz, wie ich noch nie nach einem verlangt hatte.
Als die Glut schließlich verebbt war und ich begann mich wieder anzuziehen, fühlte ich, wie das schlechte Gewissen mich packte. Verflixt, was tat ich hier? War es das Wert? Eine Stimme in mir jubilierte und flüsterte: Und ob! Und das aus mehreren Gründen: Du hast den besten Fick deines Lebens gehabt, und außerdem etwas Handfestes worüber du schreiben kannst. Eine andere Stimme schimpfte etwas von Sauerei, Schlampe und Schlimmerem, und sorgte dafür, dass ich schnell von der soeben erlebten Ekstase herunterkam.
Mein „Kunde“ legte den Gang ein und wollte mich zum Strich zurückbringen.
Nein, sagte ich, bring mich zum „Dom“. Ich hatte genug für heute, war verwirrt, und hatte alles andere als Lust auf einen weiteren Freier.
Und wenn ich Sie noch zu einem Glas Sekt einlade, fragte er? Verwirrt schüttelte ich den Kopf, nicht fähig ein Wort herauszubringen. Er zuckte die Achseln und lenkte den Wagen wie ich verlangt hatte. Als wir ankamen, stieg er aus und öffnete mir die Tür, als wäre ich seine verehrte Dame. Seine Augen strahlten freundlich, aber irgendwie wusste ich nicht, wie ich all das einsortieren sollte.
Übrigens, sagte er dann zum Abschied, Sie sehen nicht aus wie eine dieser Huren, und auch wenn…! Wenn Sie Lust haben, melden Sie sich doch bei mir. Er zögerte, dann fügte er hinzu: Sie gefallen mir! Er gab mir seine Karte, fuhr davon und ließ mich noch verwunderter stehen als ich es eh schon war. Es hatte begonnen zu regnen und die Tropfen nässten das Papier während ich gedankenverloren las: Dr. Richard Jefferson, Geschäftsführer der Books for People Inc. – mein Verlag!

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