Stand immer noch die selbst gestellte Frage im Raum, deren Antwort er sich selbst noch schuldig war. Elay hatte das alles in Sekundenbruchteilen durch seine Gehirnwindungen gejagt und fand am Auswurffach für gute Ratschläge einen Zettel, auf dem stand: Versuche die Wahrheit und mache das Beste aus dem Unausweichlichen. Verhindern kannst Du ohnehin nichts.
„Man erzählt, dass Besuche bei Ihnen einen gewissen Traumcharakter haben können.“
Marlin lächelte. „Traumcharakter?“
„Verzeihen Sie, darf ich offen sprechen, ohne dass Sie mir den Kopf abreißen?“
Marlin fing jetzt sogar an, herzlich zu grinsen, und sagte fast lachend: „Ohne Kopf nutzen sie weder mir noch irgendjemandem etwas.“ Dabei öffnete sie wie beiläufig den Knopf ihres Sakkos und lehnte sich wieder in ihrem Sessel zurück. „Ich neige in allen Situationen immer zur Wahrheit.“
„Na ja“, setzte er an, „man sagt, ein außerordentlicher Termin bei Ihnen kann ein Traum, genauso gut aber auch ein Albtraum werden.“ Elay räusperte sich.
Marlin zog die rechte Augenbraue nach oben und fixierte ihn mit ihren blauen Augen, und Soreya grinste verschmitzt.
„Albtraum wäre eine entsetzliche Vorstellung“, meinte Marlin knapp. „Denken Sie, es geht um Ihr Leben?“, fragte sie weiter.
„Ich hoffe nicht“, schluckte Elay.
„Sehen Sie, Elay, es geht um Folgendes: Sie haben einen langen Urlaub beantragt, viel länger als üblich. Und sie haben Reisen gebucht, die ein normaler Mann auf drei Jahre verteilen muss, weil es seine Standfestigkeit gar nicht hergeben würde, sie wissen, was ich meine!“ Sie sagte das rhetorisch, nicht als Frage, und fuhr fort. „Nun ist es so, dass wir ja alle wissen, was für uns, als Bewohner dieser Dimension verboten und erlaubt ist. Sie haben scheinbar ein hormonelles Problem, so wie einige, beneidenswerte unserer Mitbürger, so aber auch ich selbst.
Gamma 3
Parallele Dimensionen - Teil 8
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