Und so kam es. Ramona zog sich aus, gab sich der Kamera hin, und diese hielt all die atemberaubenden Momente fest, die dem Betrachter einer sich ausziehenden Frau vergönnt sind. Ramona, die sich ihren schwarz-weiss gestreiften Pulli über den Kopf zieht, ihren azurblauen BH aber noch anbehält. Ramona, die sich aus ihrer Hose schält. Ramona, die die Beine an- und ihren Slip auszieht. Ramonas von Ralf so begehrte Zaubervulva, vollrasiert. Ramona, die nichts zu verbergen hat.
Das Fingern wurde intensiver. Ramona drehte ihren Kopf zur Seite, die Kamera zeigte ihr errötetes Antlitz in Nahaufnahme. Ramonas geöffnete Lippen. Ihr leises Keuchen wurde eingefangen. Bestimmt würden einige technisch affine Betrachter einen mp3 extractor einsetzen, um sich Ramonas Lustgeräusche auf dem Weg zur Arbeit auf ihren Smartphones anzuhören. Ramona, akustisch. Dabei handelt es sich um ein erst marginal bedientes Internet-Biotop. Frauen und Männern dabei zuhören, wie sie es sich machen. Diese feucht-geilen, vom Fingerspiel verursachten Geräusche. Das Keuchen. Das Seufzen. Das Stöhnen. Das Schreien, wenn es denn so weit ist.
Ralfs Schwanz stand zwei Tage später, als Ramonas erste Masturbations-Sequenz frei gegeben wurde und er sie downloadete, wie eine Eins. Beim Masturbieren hatte er seiner Ramona noch nie zugesehen. Dann zuckte er zusammen. «Gebt Ramona Spielzeug», liess sich eine männliche Stimme aus dem Off vernehmen. Vermutlich ein Regiefehler. Auf der Bewerbungs-Seite wurde darauf hingewiesen, dass sowohl die Filmerinnen als auch die Interviewerinnen weiblich waren. Damit sich die Modelle in Sicherheit wiegen konnten. Möglicherweise war das auch so. Ramona wurde von einer Frau befragt und von einer Frau gefilmt. Wer aber führte Regie? Eventuell doch ein Mann? Im selben Raum anwesend, in dem Ramona sich jetzt gerade sich selbst hingab?
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.