Dabei ergibt es sich, dass ich ausnahmsweise nicht neben meiner Liebsten sitze, sondern ihr gegenüber. Das Essen schmeckt köstlich, denn ich weiß ja, von wem Bettina ihre Kochkünste gelernt hat. Schon während der Vorspeise mach Bettina immer wieder einen Kussmund, oder leckt sich genießerisch über die Lippen. Das dauert immer nur Sekundenbruchteile, so dass niemand sonst merkt, was sie macht.
Nur meine verräterisch zwinkernden Augen verraten ihr, dass mir nicht entgeht, was sie tut. Diese brave, unschuldig scheinende, junge Frau beginnt mich hier beim Essen nach allen Regeln der Kunst zu verführen, während der Rest der unterkühlten Verwandtschaft um uns herumsitzt. So viel Dreistigkeit haut mich um, erregt mich aber ungemein. Als ich beim Hauptgericht dann noch einen nackten Fuß an meinem Knöchel spüre, und merke, wie sich die Zehen unter die Hose mein Schienbein heraufschieben, lasse ich vor Schreck die Gabel fallen. Bettinas Gesicht, das bisher völlig unbeteiligt geblieben ist, zeigt auch jetzt nur ein verräterisches Zucken der Mundwinkel. Dieses süße Biest, so etwas wie das hier, hätte ich ihr nie zugetraut. Längst habe ich einen prächtigen Ständer und bin froh, dass ich nicht aufstehen muss, die große, weiße Tischdecke alles gut verbirgt. Bettina macht mich einfach scharf. Dabei kann ich mich nicht einmal revanchieren, denn mit meinen Füßen komme ich nicht aus den Halbschuhen heraus.
Doch wenn sie so weitermacht, räume ich gleich das Geschirr ab, um Bettina hier vor den Augen der ganzen Verwandtschaft auf dem Esstisch zu vögeln. Meine steigende Unruhe kann ihr nicht verborgen bleiben, sie muss einfach wissen, wie ich mich fühle, und sie genießt es scheinbar geradezu mit mir zu spielen. Wie soll ich ihr sagen, dass sie mit der lustvollen Quälerei aufhören soll, da ich es kaum noch aushalte, oder will ich überhaupt, dass sie damit aufhört.
Geburtstagsfeiern
Eine ungewöhnliche junge Frau
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