Doch nach dem Gespräch heute Vormittag mit Bettinas Vater, bin ich durch Birgits so unendlich dumme Bemerkung richtig in Fahrt. „Entschuldige bitte.“ wende ich mich an Birgit, die sich erschreckt zu mir umdreht, dabei ein Gesicht macht, das eindeutig verrät, dass sie sich ertappt fühlt. „Ich bin hier auf dem Weg in den Garten an der Tür vorbeigekommen, und habe gehört, was du gerade gesagt hast. Es ließ sich leider nicht vermeiden und ich wollte euch bestimmt nicht belauschen, doch du tust deiner Schwester unrecht.“ erkläre ich mit leiser Stimme weiter.
Ich zögere kurz, bevor ich weiterspreche: „Es liegt nicht an eurer Oma, und auch Bettina ist nicht schuld an ihrem Zustand. Sie kann nichts dafür, dass sie etwas aufgedreht ist. … Weißt du, während der Mittagsruhe, da haben wir eine Stunde lang miteinander gevögelt, und dabei ist es ihr zwei Mal ziemlich heftig gekommen, … naja, und danach ist sie immer ein bisschen euphorisch, eben so richtig vom Glück durchströmt. … Wie du siehst, kann sie nichts für ihren Zustand, sondern ich bin schuld daran. … Sei also bitte nicht böse auf sie.“ Ich schaffe es tatsächlich ein völlig unbeeindrucktes Gesicht zu zeigen, so als spräche ich über das Wetter. Dabei sehe ich, wie Birgit und ihrem Mann, fast wie in Zeitlupe, die Gesichtszüge entgleiten. Sie sind schockiert und einfach sprachlos. Als ich mich schon zum Gehen gewendet habe, drehe ich meinen Kopf doch noch mal in ihre Richtung. „Solltest du auch mal versuchen, liebste Schwägerin, … also das mit dem Vögeln. Würde dir bestimmt guttun.“ gebe ich ihr noch mit auf den Weg, dann erst gehe ich wirklich. Scheiße, was hab ich da gerade gemacht? So kenne ich mich gar nicht. Mit jedem Schritt wünsche ich mir ein Loch, das sich auftun möge, um mich zu verschlingen, oder zumindest eine kleine Zeitmaschine, um alles ungeschehen machen zu können.
Geburtstagsfeiern
Eine ungewöhnliche junge Frau
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