Geburtstagsfeiern

Eine ungewöhnliche junge Frau

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Alnonymus

Doch schon hören wir den Ruf an die Kaffeetafel. Diese findet, trotz des schönen Wetters, nicht auf der Terrasse statt, sondern im Wohnzimmer, mit weißer Tischdecke, edlem Porzellan und silbernen Kaffeelöffeln. Nun gut, wenn es so sein soll. Ich setze mich aber bewusst nicht neben Birgit, denn am Ende rammt sie mir noch eine Kuchengabel in den Oberschenkel und erklärt das dann zu einem Unfall. So sitzen Bettina und ich ihr gegenüber. Die wütend funkelnden Blicke, die sie uns zuwirft, sind unglaublich, aber sie sagt natürlich nichts, die Peinlichkeit will sie sich ersparen. Die Unterhaltung ist wie immer zäh, Bettinas Mutter erzählt von den Problemen des Älterwerdens, und den vielen kranken Bekannten, ihr Vater davon, dass er es als Abteilungsleiter geschafft hat, eigentlich den ganzen Tag aus dem Fenster schauen könnte, wenn nicht alle seine Mitarbeiter Idioten wären. Birgit klagt schließlich unentwegt über die unzähligen Probleme junger Eltern.

Nur Bettina und ihre Oma versuchen den Gesprächen eine andere Richtung zu geben, doch gegen so viel Deprimierendes kommen auch sie nicht an. Nach dem Kaffee gibt es sogar noch ein Glas Bier oder Wein zum Abschluss. Bettina steht auf, um die Getränke aus dem Keller zu holen und ich stehe mit auf, um ihr zu helfen. Bevor Bettinas Mutter noch protestieren kann, von wegen Gäste arbeiten hier nicht, haben wir das Wohnzimmer verlassen. Im Keller sind die Getränke schnell in den kleinen Korb verstaut. Bettina steht mit dem Rücken an der Wand gelehnt, ich direkt vor ihr. Wir küssen uns die Stimmung da oben einfach weg, berühren uns voller Zärtlichkeit, sehnen uns nach etwas anderem. Mein Schwanz ist ganz meiner Meinung und zeigt dies, indem er sich bestätigend zu voller Größe mausert. „Bleiben wir doch noch ein bisschen hier unten. … schau mal, da ist sogar ein Stuhl, auf dem man bestimmt unanständige Sachen machen kann.“ grinse ich meine Liebste an.

Bettina macht einen tiefen Seufzer, entwindet sich mir, und huscht zum Treppenabsatz: „Komm, wir sind schon viel zu lange hier unten.“ „Na und.“ grinse ich sie immer noch an, „Deine Schwester denkt bestimmt, dass wir es schon wieder miteinander treiben.“ „Vielleicht.“ lächelt sie vieldeutig, die ersten Stufen langsam hochsteigend, so dass ich sie leicht einholen kann, um ihr noch kurz mit meiner Hand über den Po zu tätscheln. Lächelnd betreten Bettina und ich das Wohnzimmer. „Der Getränkeservice.“ rufe ich aus, denn ich möchte Fragen vermeiden, wo wir denn so lange waren. Birgit wirft uns einen vernichtenden Blick zu, während Bettinas Oma uns hintergründig zuzwinkert. Sie weiß genau, dass wir die Zeit für eine kurze Zweisamkeit genutzt haben. Nachdem auch diese Getränke geleert sind, mache ich mich auf den Weg zu meinen Eltern, und die anderen Gäste brechen ebenfalls auf. So endet diese denkwürdige Feier. Bettina und ich sprechen noch oft darüber, doch ihre Schwester hat nie wieder auch nur ein Wort über meine deutliche Ansage verloren, nur das Verhältnis zu Bettina ist noch kühler geworden, wenn das überhaupt möglich ist.

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