Isabell erwartet uns beim Bowling, weil sie nur einen kurzen Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln hat. Lisa hat Conny schon im Vorfeld über Isabell aufgeklärt und auch nicht verschwiegen, welche Rolle Isa bei der Halbzeitfeier gespielt hat. Tja, und wieder einmal merke ich, wie sehr ich in meinen dummen Eigenschaften gefangen bin. Conny jedenfalls hat nach den Informationen nicht meinen Befürchtungen entsprechend reagiert. Diese ewigen Ängste die mich immer noch plagen, sind ein Überbleibsel aus meiner Zeit mit den Depressionen. Einiges konnte ich mit Hilfe von Lisa schon ablegen, anderes fällt mir einfach schwer. Das trifft meist Bereiche die mit Conny und dem Umfeld unseres gemeinsamen Lebens zusammenhängen, aber manchmal eben auch Dinge, wo mir klar geworden ist, dass ich früher Fehler gemacht habe. Warum nur kann ich in emotional aufgeladenen Momenten besser über meinen Schatten springen, als bei Überlegungen in Ruhephasen? Ich trage mich mit dem Gedanken, Isabells Ratschlag, den sie mir bei unserem letzten Telefonat gab anzunehmen. Professionelle Hilfe in dieser Angelegenheit wäre sicher kein Fehler. Wie sagte sie zum Abschluss: „Es ist falsche Scham sich einer solchen Beratung zu entziehen. Aber so seid ihr Männer, ihr habt Angst euch zu outen und genau deswegen zieht es mich mehr zu Frauen. Zugeben, dass ihr nicht die großen fehlerfreien Überflieger seid kommt einer Erniedrigung gleich. Das ist anscheinend ein ureigener Bestandteil der männlichen Psyche“, meint sie und lacht leise dabei. „Genauso wie die Angst vieler Männer, sich bei bestimmten Problemen an einen Urologen zu wenden. Wir Frauen müssen auch seit unserer Jugend zum Frauenarzt und uns da präsentieren, sowie bei den Untersuchungen an Intimstellen berühren lassen.
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