Schließlich reihte sie sich ein in die Schlange, ließ die Eisen um ihre Handgelenke verschließen, die durch eine Kette von der Länge eines Armes verbunden war. Der Reihe der Tunnelgänger wurde ein Seil durch die Ketten geführt, so dass sie die Marschreihe nicht verlassen konnten. Dann wurden allen die Augen verbunden und die Gruppe setzte sich in Bewegung. Kühl war es, als Emet in den Tunnel trat und schnell roch sie feuchte, modrige Luft. Unter ihren Stiefeln spürte sie unebenen, aber von den unzähligen Passanten der unzähligen Jahre geglätteten Stein. Vorsichtig musste sie sein, um auf dem feuchten Untergrund nicht auszurutschen. Die Führer der Kolonne trugen Fackeln und in deren Schein hätte sie sicherlich den Weg erkennen können. Doch den Wächtern des Tunnels ging es darum, niemanden die vielfachen Abzweigungen im Labyrinth durchschauen zu lassen, damit kein Feind über diesen Weg ins Innerste des Reiches von Arrnos eindringen könnte. Emet versuchte zwar, sich die Kurven und Wendungen in der Dunkelheit der Binde zu merken. Doch nach einer Stunde musste sie sich eingestehen, jeglichen Überblick in dem links, rauf, rechts, vor, runter, zurück verloren zu haben. Nur dass sie zunehmend tiefer in das Innere des Berges vorstießen, merkte sie daran, dass die modrige Luft wärmer wurde. Nach Stunden des Irrlichterns im steinernen Labyrinth, so empfand es Emet wenigstens, wurde die Luft kälter und zugiger. Sie näherten sich dem Ausgang des Tunnels, dem Eingang zu Hargroths Reich.
Sie ist es! Nein, sie ist so jung! Ein Raunen ging durch die am Tunnelausgang in Arrnos wartenden Händler, die, die Rückreise antreten wollten und jener, die die Gruppe von Emet in Empfang nehmen wollten. Emet blinzelte in die Menge, als ihr die Augenbinde abgenommen wurde. Elians Steckbriefe waren hier wohl jedem bekannt, und Emet glich ihrer unbekannten Mutter bis aufs Haar, nach allem was sie gehört hatte.
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