Emet biss die Zähne zusammen, ihr Arsch brannte wie Feuer. Sie verachtete diesen Mann, der sich an seiner Macht ergötzte und seine Grausamkeit auch nur mittels dieser verwirklichen konnte. Mochte die muskulöse Statur unter all den schwabbeligen Pölsterchen noch Kraft aufbringen, Wendigkeit und Geschick traute sie ihm nicht mehr zu. Nein, von diesem Kerl würde sie sich nicht besteigen lassen, um keinen Preis der Welt.
Hargroth beugte sich über sie, um Emet an Armen und Beinen mit Ketten in den Ösen des Altars anzuschließen. Als er ihre rechte Hand packte, schlang Emet blitzschnell die Kette zwischen ihren Handgelenken um Hargroths Hals, wand sich auf seinen Rücken und zog kräftig zu. Gurgelnd wütete Hargroth, versuchte seine Kehle vom Druck der Kette zu befreien, schlug hilflos mit einem Arm nach ihr. Er war schon kräftig, aber er konnte in seiner misslichen Lage nichts ausrichten und von waffenloser Kampfkunst verstand er offenkundig gar nichts. Emet ließ ein wenig locker, um seine Drohungen zu verstehen. Hör zu, unterbrach sie sein sinnloses geröcheltes Toben, du lässt mich frei, dafür lass ich dich am Leben! Ich will meine Ausrüstung zurück und freies Geleit!
Gib auf und ich lasse Gnade walten! keuchte Hargroth heiser. Was gilt dein Wort? zischte Emet. Lieber bringe ich Dich um und kämpfe mir den Weg frei. Und überhaupt! Willst du dich so deinen Wachen präsentieren? Als Wehrloser in der Gewalt einer jungen Frau? Also überleg dir, wie du hier heil rauskommst! Ich habe nichts mehr zu verlieren, ich kann nur gewinnen! Und ich schwöre Dir, ich werde meine Haut seht teuer verkaufen!
Du wirst es nicht überleben! giftete Hargroth matt. Du ganz sicher nicht! zischte Emet. Und deinen Kümmerling beiß ich dir ab und spuck ihn in die Latrine! Selbst wenn ich dich freigebe und du hältst dich nicht an die Abmachung, bedenke, es steht immer einer der Getreuen bereit, dir den Dolch in den Rücken zu stoßen, wenn er den Herrscher für schwach und seine Zeit für gekommen hält! Ich werde dich vor deiner Garde zum Kampf fordern und du weißt, du bist viel zu behäbig, du kannst nicht gewinnen gegen mich! Wenn du dich stellst, dann wirst du von einer jungen Frau getötet, die du nicht mit Gewalt nehmen konntest, obwohl sie in Ketten lag. Und wenn du dich nicht stellst, dann zeigst du deine Angst vor einer jungen Frau, die du nicht mit Gewalt nehmen konntest, obwohl sie in Ketten lag. Du kannst nur verlieren, wenn du nicht tust, was ich dir sage! Ich kann dich nicht einfach gehen lassen! keuchte Hargroth. Das wäre genauso ein Zeichen der Schwäche. Du musst kämpfen gegen einen meiner Männer, der dich besitzen darf, wenn er gewinnt. Du darfst gehen, wenn du gewinnst.
Horgrath hatte erkannt, dass Emet sich nicht auf die Unterwerfung einlassen würde. Er konnte sie natürlich vertragsbrüchig gefangen nehmen und verrotten lassen, sie brechen bis sie mit leerem Blick im Kerker versauerte. Aber seine Autorität wäre angeschlagen mit diesem wehrhaften Biest. Oder er konnte noch ein Spektakel für das von sicherem Zuschauerplatz nach Grausamkeit gierende Volk veranstalten und den erhabenen gütigen Herrscher geben. Diese Laune grausamer Herrscher, die unvermittelt wechselnde Willkür unterwarf das Volk zuverlässiger als reine Grausamkeit.
Emet musste also in der Arena kämpfen um ihr Leben.
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