Wie konnte er einfach an ihr Mitgefühl appellieren, an ihren weiblichen, mütterlichen Instinkt? Worte waren vergeblich, das hatte er nun, weiß Gott, gemerkt. Da kam ihm eine andere Idee. Mit entsprechenden Gesten und dramatischer Mimik machte er ihr klar, dass er ganz dringend kacken müsste und dazu müsste er ins Freie gelangen, er könnte das ja nicht in der Hütte machen. Sie verstand ihn sofort, lachte wieder recht herzlich, stand auf, ging in den Anbau und kam mit einem Plastikeimer zurück, den sie in den Kreis stellte. Er war wütend, dass sein Plan wieder nicht aufging. Sie interpretierte seine Wut in der Weise, dass noch etwas fehlen würde, ging noch einmal hinaus und brachte ihm einen alten, dreckigen Lappen. Er war wohl als Ersatz für Klopapier gedacht, das es hier natürlich nicht gab. Er resignierte, schämte sich aber sein Geschäft im Beisein der Frau zu verrichten, aber sie dachte gar nicht daran, ihn zu verlassen. Sie hockte sich an die Hauswand und beobachtete ihn ohne Unterlass. Nach einer ganzen Weile des Widerstand, spürte er aber ein Rumpeln und Pumpeln in seinen Gedärmen, wahrscheinlich kam das von dem ungewohnten Gemüse, und er musste nun tatsächlich das machen, was er ursprünglich nur vorgegeben hatte und zwar immer dringender, wie es bei einem ordentlichen Durchfall nun man der Fall ist. Er überwand sich und hockte sich über den Eimer, der Frau den Rücken zugewendet. Diese sah auch bei diesem Akt zu, geduldig, mit großer Freundlichkeit und ungeschmälertem Interesse. Seine Notdurft schien sie überhaupt nicht zu genieren, sie nahm freundlich den vollen Eimer und ging ins Freie, um ihn irgendwo zu entleeren.
An dem wandernden Lichtfleck, den die Sonne durch die offene Tür warf, merkte er, wie die Zeit verging und dass es schon wieder auf den Abend zuging. Der Ablauf des restlichen Tages war dadurch bestimmt, dass er noch einmal etwas zu essen bekam und dann war es draußen schon fast dunkel und der Krug mit dem Hirsebier kam und seine Verwandlung von einem Gefangenen in einen Sexautomaten begann.
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