Es geschah das, was immer geschieht, wenn man Geld in einen Automaten wirft. Nach dem nun dritten Liebesakt, dessen Hauptteil fast exakt wie bei den beiden ersten Malen ablief, nur das Nachspiel war variantenreich und höchst ergiebig, brachte die Frau die Kissen und Tücher und Decken wieder in Ordnung und bereitete unter vielen Küssen und Zärtlichkeiten sein Nachtlager vor. Dann schloss sie die Tür und nun war es stockdunkel und die zweite lange Nacht begann. Er hörte wieder nichts von dieser seltsamen Frau, die aber in demselben Raum war wie er, sie machte keinen Mucks, rührte sich nicht, er hörte keine Atemgeräusche, nichts und er überlegte sich, ob sie überhaupt aus Fleisch und Blut war und ohne zu Atmen leben konnte und stundenlang in einer Stellung ausharren konnte ohne sich zu bewegen. Dann machte er sich auch noch Sorgen, dass sein Körper dieses Übermaß an Anstrengungen, diese wilden Sexorgien, nicht lange aushalten könnte. Er würde bestimmt Schaden nehmen und monatelang nicht mehr richtig vögeln können, wenn sie ihn je gehen ließe. Solange er hier war, davon war er überzeugt, würde sie dafür sorgen, dass er funktionierte. Sie hätte die richtigen Mittel und die Macht und das Wissen, all das, was eine Hexe ausmacht. Es war so, sie war eine Hexe, eine riesige Spinne, die ihn aussaugte, die alle Kraft aus seinen Lenden in sich aufnahm. Die nur lebte, weil sie Männer tötete, und zwar auf subtile, höchst angenehme weise, indem sie sie zu Tode vögelte. Ein angenehmer Tod, dachte er sarkastisch, besser als eine lange Krankheit oder ein schwere Unfall. Zu Tode gevögelt werden, wer hatte das schon einmal gehört? Ein Bild fiel ihm ein, das er vor Jahren einmal in einem Buch gesehen hatte. Ein Häuptling in Afrika, ganz mager, spindeldürr, total verhärmt, daneben seine fetten, runden, glücklichen Weiber und umrundet von zahllosen Kindern aller Altersstufen. Genau so würde es ihm gehen.
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