Er würde immer magerer, bis er schließlich krepieren würde, sie immer fetter, immer geiler. Eines Tages wäre er tot, vielleicht während des Liebesaktes gestorben, auf dem Höhepunkt, welch eine grandiose Vorstellung. Dann würde sie ihn entsorgen, den Hyänen zum Fraß vorwerfen, in der Savanne verscharren und sich den nächsten, nichtsahnenden, unbedarften Touristen angeln. "Welch schöne Aussicht", waren seine letzten sarkastischen Gedanken, bevor er dann doch irgendwann einschlief. Diesmal quälten ihn keine Alpträume, nur eine große Leere und Verzweiflung packten ihn, wenn er zwischendurch aufwachte. Am nächsten Morgen dasselbe Ritual: Essen, Hirsebier, Sex. In den langen Phasen dazwischen grübelte er nach, worin das Geheimnis bestand, dass er jedes Mal prompt in diesen sexerregten Ausnahmezustand verfiel, alles andere vergaß und sich, wie wild auf diese Frau stürzte. Und natürlich überlegte er sich, wann sie endlich genug hätte und ihn gehen lassen würde. Oder würde sie, er wurde bleich vor Schreck, ihn vergiften oder auf andere Weise töten, weil sie nicht riskieren konnte, dass diese unglaubliche Geschichte ans Tageslicht kam? Zwischendurch schlich sich auch noch ein anderer, seltsamer Gedanke in sein Hirn. Er überlegte sich, wie es wäre, für immer hier zu bleiben, für den Rest seines Lebens. Der Sex mit dieser Frau war unbeschreiblich und übertraf alles, was er je erlebt hatte und er war sich sicher, dass er nie, niemals so etwas noch einmal, an anderer Stelle, mit einer anderen Frau erleben würde. Da musste er diesem Typ in der Bar recht geben, der ihn ja erst auf die Idee gebracht hatte, das verdammte Dorf aufzusuchen. Ein Leben für den Sex und für die Liebe, denn bei aller Wut, die er auf diese Frau hatte, konnte er einfach nicht vermeiden, dass sie ihn anzog, dass es fast so war, als ob er verliebt war. Oder war er das sogar? Ihr Anblick beruhigte ihn, statt ihn wütend zu machen.
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