Er mutierte vom Sexautomaten zum super Zölibat, vom relativen Himmel in die absolute Hölle.
Später, als er in der Lage war, über diese unglaublichen Ereignisse mit gebührender Distanz nachzudenken, eine Geschichte die ihm, nebenbei bemerkt, in der Tat keiner glaubte, alle, denen er sie überhaupt erzählte, waren überzeugt, dass er ein paar Tage in einem permanenten Drogenrausch verbracht hatte, später also, war er sich gar nicht sicher, was eigentlich zu seiner Freilassung geführt hatte. Hatte die Frau vielleicht nach diesen intensiven Tagen genug Sex bekommen? Funktionierte bei ihr so eine Art Vorratsspeicherung? Beim Nachrechnen und Rekonstruieren kam er zu dem Schluss, dass er mindestens 5 und höchstens 7 Tage und Nächte in der Hütte verbracht hatte, das Gefühl für die Zeit war ihm schon bald verloren gegangen, auch das ein höchst seltsames Phänomen, auch das ein Teil ihrer Hexerei, wie er vermutete. Hatten seine Kräfte nachgelassen und sie hatte das gespürt, ohne dass er selbst sich dessen bewusst war? Er hatte jeden dieser vielen Exzesse, dieser vielen Kopulationen als höchst erfolgreich in der Erinnerung. Trog ihn sein Gedächtnis oder gar sein Verstand? Hatte sie vielleicht doch so etwas wie Mitleid empfunden oder war es Langeweile, die sie überkommen hatte, also war er ihr doch überdrüssig geworden? Doch dafür hatte es keine Anzeichen gegeben. Die Frau hatte sich in diesen Tagen absolut nicht verändert. Sie war immer gleichbleibend freundlich und zärtlich und voller Enthusiasmus, der ihm nicht gespielt vorkam. Auch er hatte sich verändert, nicht nur, dass er das Gefühl für die Zeit verloren hatte, auch seine Langeweile kam ihm bald gar nicht mehr so schlimm vor. Er hatte die Zeit zwischen den aufreibenden, ermüdenden Sexualakten einfach damit genutzt, sich nach dieser Frau zu sehnen, sich vorzustellen, was geschehen würde, wenn sie nach ihm verlangte, sich auszumalen, welche Variationen sie diesmal parat hatte.
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