Geheimnisvolles Cerespoly

Nach dem großen Sterben – Teil 1

58 11-18 Minuten 2 Kommentare
Geheimnisvolles Cerespoly

Geheimnisvolles Cerespoly

Reinhard Baer

Bei den geschilderten Grenzüberschreitungen hatte bisher nie mitgemacht. Nicht dass ich ein Problem mit Gewalt hätte. Es wäre ein Witz, dass zu behaupten, bei meiner Vita. Aber manche Dinge waren selbst für mich eine Stilfrage.
Aber war ich so viel besser? Konnte ich auf andere herabblicken, nur weil ich bisher keine physische Gewalt angewendet hatte und stattdessen meine wirtschaftlich bessere Situation ausnutzte um mal eine Pflaume vor‘s Rohr zu bekommen? War ich viel besser gewesen als die dreckigen Outlaws, als ich einem Zuhälter mal eine Sexklavin abgekauft hatte und mich damit rechtfertigte, dass sie es bei mir viel besser hätte? O.k., immerhin habe ich sie einfach freigelassen, nachdem sie mir langweilig wurde. Die Grenzen zwischen Recht und Unrecht, zwischen Gut und Böse waren verdammt fließend in einer Gesellschaft im Endstadium.
Meine bisher erfolgreiche Überlebensstrategie basierte darauf, dass ich erstens niemandem traute und zweitens niemandem traute! Außerdem basierte sie auf Mobilität, Handel und guter Bewaffnung.

Die Siedlung am State Highway 79

Als ich mich der Siedlung näherte, sah ich weit vor der Schutzmauer der Siedlung noch einen Ring kleinerer Unterstände, die einen Saum von Feldern und Gemüsegärten absicherte, der sich rund um die Siedlung erstreckte. Auf einigen Feldern waren Kinder und Frauen mit Erntearbeiten beschäftigt. Der Wachgängerin des nächstgelegenen Unterstandes ließ mich wortlos passieren. Ein einzelner Reiter erschien nicht als Gefahr.
Wenig später stand ich vor dem Tor. Auf dem Turm links eine Frau, auf dem rechten ein halbwüchsiger Junge, vielleicht 14 Jahre alt, beide in Khaki-Hemden, ein Gewehr im Anschlag.
„Was willst Du?“ rief die Frau harsch.
„Ich wünsche auch einen guten Tag! - Geschäfte machen, tauschen“, war meine Antwort, „ich habe Penicillin, Rasierklingen, Munition für eure Sturmgewehre…“

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Danke liebe(r) Wolkenspiel,

schreibt Anamur

nett mal eine klitzekleine Ressonanz zu vernehmen. Diese Art von Geschichten waren hier mal ein Versuch, fallen aber doch für viele anscheinend sehr aus dem Rahmen. R.

Ein Epos!

schreibt Wolkenspiel

Jetzt habe ich alle 33 Teile gelesen und bin stark beeindruckt. Eine interessante Handlung in einer kaputten Welt, Menschlichkeit und Grausamkeit, Liebe und Sex. Sehr lesenswert! Mögen uns diese Erfahrungen erspart bleiben....

Gedichte auf den Leib geschrieben