Geheimnisvolles Cerespoly

Nach dem großen Sterben – Teil 1

58 11-18 Minuten 2 Kommentare
Geheimnisvolles Cerespoly

Geheimnisvolles Cerespoly

Reinhard Baer

„Brauchen wir nicht…“, die Antwort kam bevor ich weiter aufzählen konnte.
Plötzlich tauchte eine zweite Frau auf dem Turm auf. „Moment, Penicillin, können wir gut gebrauchen… wir haben kaum noch welches…“, sagte sie zur Ersten und beobachtete mich dabei aufmerksam. Ihre Augen taxierten dabei genauestens meine Bewaffnung, meine im Holster am Sattel steckende Winchester, das auf dem Rücken getragene Scharfschützengewehr und den Colt, den ich am Gürtel trug.
„Du kannst reinkommen, aber die Waffen musst du am Tor abgeben!“. Das Messer im Stiefelschaft und die auf den Oberschenkel gebundene Pistole konnte sie natürlich nicht sehen. Ich traute niemanden mehr vollständig. Jeder Fehler konnte tödlich sein.
„Einverstanden!“
Wenig später öffnete sich knarrend das Tor. Ich ritt hindurch, argwöhnisch beäugt von einem halben Dutzend Frauen und 14, 15jährigen Jungs mit Waffen im Anschlag. Alle trugen Khaki-Hemden und schwarze Cargo-Hosen, eine Art Uniform. An ihren breiten Gürteln Revolverholster, ein Messer und weitere Gegenstände in einer Reihe kleiner Ausrüstungstaschen. Die Situation entspannte sich schlagartig, nachdem ich meine Waffen abgeliefert hatte.
Die Siedlung bestand aus einer ehemaligen Farm, die in der Mitte des umzäunten Geländes mit ihren Gebäuden das Terrain beherrschte. Ein Stück den Weg runter, auf dem ich hierher geritten war, standen noch vier weitere Häuser, je zwei links und rechts der Straße. Neben diesen Bauwerken aus der Zeit vor dem großen Sterben gab es unzählige weitere auf dem Gelände verstreute Behausungen. Diese waren aber mehr oder weniger notdürftig zusammengezimmert. Vor einigen Behausungen spielten kleine Kinder in der Sonne, vor anderen saßen Frauen, alle mit irgendwelchen Arbeiten beschäftigt. Zumeist ging es um das Verarbeiten und Konservieren von Feld- und Gartenfrüchten. Sie waren ausnahmslos unbewaffnet und zivil gekleidet.

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Danke liebe(r) Wolkenspiel,

schreibt Anamur

nett mal eine klitzekleine Ressonanz zu vernehmen. Diese Art von Geschichten waren hier mal ein Versuch, fallen aber doch für viele anscheinend sehr aus dem Rahmen. R.

Ein Epos!

schreibt Wolkenspiel

Jetzt habe ich alle 33 Teile gelesen und bin stark beeindruckt. Eine interessante Handlung in einer kaputten Welt, Menschlichkeit und Grausamkeit, Liebe und Sex. Sehr lesenswert! Mögen uns diese Erfahrungen erspart bleiben....

Gedichte auf den Leib geschrieben