Geheimnisvolles Cerespoly

Nach dem großen Sterben – Teil 1

58 11-18 Minuten 2 Kommentare
Geheimnisvolles Cerespoly

Geheimnisvolles Cerespoly

Reinhard Baer

Ich hätte die ‚Gastfreundschaft‘ zum Schein annehmen sollen, um dann in Ruhe über meinen unauffälligen Abgang nachzudenken.
Gerade noch aus dem Augenwinkel bemerkte ich schräg hinter mir eine Bewegung. Ich drehte meinen Kopf, was neue Schmerzen auslöste und sah ich eine nicht sonderlich attraktive Frau, untersetzt und mittleren Alters, die mit stoischer Gelassenheit rechts neben dem Ausgang stand.

Schwarze Hose, Khaki-Hemd, einen Colt in ihrem Holster, und das Bowiemesser in einem zweiten Futteral daneben ließen keinen Zweifel am Zweck ihres Hierseins offen. Sie bewachte mich! In ihrem Gesicht sah ich keinerlei Regung und gesprächig wirkte sie auch nicht. Sie war es wirklich nicht, reagierte auf keine meiner Fragen. Also versuchte ich mir selbst einen Überblick zu verschaffen, um zu verstehen was hier vor sich ging.
Die Jurte war fast leer, die Wände waren alle kunstvoll verziert, bestickt oder so, ich kannte mich da nicht so aus. An Mobiliar gab es nur dieses Bett, ein Doppelbett um genauer zu sein, mit vier stabilen Bettpfosten, die die Matratze in der Höhe noch etwa 50 cm überragten und an allen Seiten kunstvoll mit Schnitzereien verziert waren. Ich erkannte kleine Penisse, manche hängend, manche steil aufragend, Mösen in allen Größen und Formen und Brüste, … wo man hinschaute Brüste, runde, spitze, kleine, große Titten! Neben dem Bett stand rechts ein kleines Schränkchen und ein Paravent, links ein Sofa mit nur einer Lehne, einem Art Kopfteil. Chaiselongue nannte man so etwas, glaube ich. Bezogen war es mit blauem Samtstoff. Dem Bett gegenüber war so eine Art Altar aufgebaut. Auf ihm thronte eine Frauenstatue. Um wen es sich handelte, konnte ich nicht erkennen. Eine Gottheit? Wenn ja, welche? Links und rechts davon zwei Fackeln in großen Ständern. Die Fackeln waren aber nicht entzündet. Links und rechts der Frauenstatue lagen Obst und Ähren vom Feld auf dem Altar.

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Danke liebe(r) Wolkenspiel,

schreibt Anamur

nett mal eine klitzekleine Ressonanz zu vernehmen. Diese Art von Geschichten waren hier mal ein Versuch, fallen aber doch für viele anscheinend sehr aus dem Rahmen. R.

Ein Epos!

schreibt Wolkenspiel

Jetzt habe ich alle 33 Teile gelesen und bin stark beeindruckt. Eine interessante Handlung in einer kaputten Welt, Menschlichkeit und Grausamkeit, Liebe und Sex. Sehr lesenswert! Mögen uns diese Erfahrungen erspart bleiben....

Gedichte auf den Leib geschrieben