Du wirst diese zerrissenen Lumpen ausziehen, wenn wir zuhause sind. Ebenso wirst du dir ein Bad einlassen und danach in anständigen Kleidern zum Abendessen erscheinen!“ Tara grinste frech, sagte aber nichts. Sarah wunderte sich über die klare Ansprache. So etwas kannte ihre Schwester nicht und sie ebenso wenig. Sarah staunte, als sie das große Haus betrat. Es war alles im altenglischen Landhausstil eingerichtet. Die Möbel sahen nicht nur sehr hochwertig aus, sie waren es auch. Georgine zeigte den Enkelinnen ihre Zimmer, Tara auch gleich das Bad. Während sich Tara die Wanne füllte, ging Georgina mit Sarah ins Wohnzimmer. Sie unterhielten sich: „Wie hast du uns gefunden, Großmutter?“ Die ältere Dame lächelte, als sie ihr antwortete: „Die Polizei kannte Taras Namen. Das Mädchen hat wohl recht schlechte Angewohnheiten.“ Sarah nickte. Tara war wiederholt bei kleineren Diebstählen ertappt worden. In diesem Moment kam sie die Treppe hinunter. Sie war frisch gebadet und hatte sich sogar umgezogen. Das Mädchen trug einen Minirock, den man nur mit viel Wohlwollen als etwas kurz bezeichnen konnte. Georgine meinte dazu:
„Das ist ja eine richtige Verbesserung zu vorhin!“ Tara grinste frech. „Gefällt dir mein Mini, Oma?“
„Nein tut er nicht, und nenne mich bitte einfach Georgine!“ Tara hielt zwar den Mund, grinste aber ihre Großmutter herausfordernd an. Später beim Abendessen wurde sie redseliger, was an dem Wein lag, den Georgine zum Essen einschenkte. Tara knallte das leere Glas auf den Tisch, dass die Teller klapperten. Ein mächtiger Rülpser drang aus ihrer Kehle, den ein alter Bauarbeiter nicht besser hinbekommen hätte. Sarah zuckte zusammen, während die Großmutter eher nachdenklich wirkte.
„Das ist ja richtig geiler Stoff! Schenk mir noch was nach, Oma. Ich hab nen tierischen Brand heute.“ Sarah schämte sich für ihre jüngere Schwester. Sie blickte zu ihrer Großmutter.
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