Für mich war sie immer ein Stadtmensch, der das quirlige Leben braucht und nicht so eine Dorfpflanze wie ich. Umso erstaunlicher für mich, wenn ich sehe wie gut sie das hier alles im Griff hat.“
Soll ich Conny erzählen, dass Lisa den Hausputz und die Wäsche nicht alleine schmeißt wie sie es getan hat? Vielleicht besser nicht, denn inzwischen denke ich, dass es auch ein Grund war warum es bei uns nicht mehr funktioniert hat.
„Wie ist das eigentlich bei dir? Wie hast du dich in der Stadtwohnung eingelebt?“, frage ich um abzulenken.
Wir haben uns zwar regelmäßig gesehen wenn ich Julia zu ihr brachte oder Hansi holte, aber für solche Gespräche fanden wir dann im Beisein der Kinder keine Gelegenheit.
„Ohhh, ich hab jetzt massig Zeit“, lacht Conny leise auf. „Zu viel für meinen Geschmack. Ich weiß manchmal gar nicht was ich mit mir anfangen soll. Das bisschen Wohnung in Schuss zu halten, ist ein Klacks und Hansi verbringt entweder seine Zeit mit Computerspielen, die er von Bernd bekommen hat, oder trifft sich mit Freunden. Da fehlst du etwas. Er bräuchte Aufgaben und Führung. Von mir lässt er sich nicht mehr viel sagen.“
„Ich werde versuchen, mich mehr um ihn zu kümmern“, biete ich an, weiß aber noch nicht, wie das funktionieren soll, bei der wenigen Zeit, die wir zusammen haben.
Vielleicht sollte ich Hansi öfter zu uns holen, nur ob er da mitspielt, ist fraglich. Er wollte ja bei Conny bleiben und hat das Dorfleben immer gehasst.
Was mich aber genauso beschäftigt, ist eine andere Frage:
„Du bist jetzt also mit Bernd zusammen?“
Conny lacht fast ein bisschen zu laut auf. Jedenfalls nach den Blicken vom Tisch zu urteilen.
„Das klingt fast etwas eifersüchtig“, schmunzelt sie und mustert mich dabei. „Aber … nein, bin ich nicht. Ich hab’s kurzzeitig versucht, da springt jedoch kein Funke über.“
Gespräche am Feuer
Ob das gut geht? – Teil 27
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Gespräche am Feuer
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