In der Wohnung angekommen, sagte ich mit Blick auf die Uhr (23.50): „Musst du nicht schlafen? Ich brauche morgen erst um 14.00 Uhr in der Filiale sein.“
Seine Antwort: „Mein Job beginnt um 7 Uhr, aber Schlaf wird allgemein überbewertet“. Dabei grinste er mich entwaffnend an.
Ich bat ihn ins Wohnzimmer und bot ihm erstmal etwas zu trinken an. Ich war nach einer wilden Teenagerzeit in den letzten Jahren in Sachen Kontaktanbahnung etwas aus der Übung geraten. Mit 22 hatte ich Jürgen kennengelernt, nach zwei Jahren heirateten wir und nun mit 26 war ich offenbar wieder auf dem Markt.
„Sorry, ich hoffe du hältst mich nicht für ein Flittchen, dass ich dich jetzt doch mit nach Hause nehme, aber im Grunde sehen wir uns ja heute auch schon das dritte Mal“, kicherte ich, etwas verlegen, „Minimum drei Treffen, so habe ich es vor Jürgen immer gehalten.“ Dann verfiel ich in Schweigen. Auch wenn ich es auf der Herfahrt spannend gemacht hatte, war mir das schon im Lokal klar gewesen, dass es so kommen würde. Ich war in Hochstimmung. Ich war nicht für das Alleinsein geschaffen und nun hatte ich Sven gefunden und das könnte was werden. Vielleicht käme alles wieder in Ordnung. Mein Konfirmandenzeit kam mir in den Sinn: „Es ist nicht gut, das der Mensch allein ist.“ Ich teilte meine Gedanken nicht mit Sven, damit der nicht gleicher wieder reißausnahm.
Sven bemerkte meine kurze Abwesenheit und nahm den Gesprächsfaden wieder auf „Na ja, ich glaube das war keine Spontanentscheidung von Dir, hast mich doch auch schon gründlich abgetastet im Lokal, - verbal meine ich.“
„So hast du das empfunden?“
„Ja, aber das ist doch ok, bei deiner Vorgeschichte willst du bestimmt keinen zweiten Reinfall hinterher … und offenbar habe ich deinen Ansprüchen bisher ja auch genügt. “
„Ja, ...
Gestörte Ordnung
Alles in Ordnung - Episode 3
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Gestörte Ordnung
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