Geteiltes Leid

Episode 6 aus: Die Abenteuer einer Gouvernante

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Geteiltes Leid

Geteiltes Leid

Andreas

Ich möchte nicht, dass sie entlassen werden und ich denke, dass dies auch nicht in Alwines Absicht liegt, oder?“ Alwine verneinte. Sie entschuldigte sich sogar bei Klaus und Jolanthe, was diese zum Lächeln brachte. Luise wollte dann aber doch wissen, welche Strafe es für Jolanthe denn geben könnte? Die Gouvernante schmunzelte nun, obwohl ihr eigentlich eher zum Heulen zumute war. „Kannst du dir das denn nicht denken, Luischen?“ Luise wurde feuerrot. Jolanthe sprach es nun einfach aus: „Klaus wird mich vor euren Augen bestrafen. Heute Abend im Heustadel, wo wir ungestört sein dürften. Ich verdiene ein Dutzend mit dem Rohrstock auf das blanke Gesäß. Vorab wird mich Klaus übers Knie nehmen, um mir dort mit seiner Hand und danach mittels meiner eigenen Haarbürste den Po aufzuwärmen. Da gibt es ein nettes englisches Wortspiel, das ich euch nicht vorenthalten will: <A hairbrush isn’t just for knotty curls, the backside is for naughty girls!> An euren Gesichtern sehe ich, dass ihr es versteht!“
Nun mussten Luise und ihre kleine Schwester herzlich lachen. Der Unterricht im Englischen war ja einer der Gründe, weshalb die Mädchen so an ihrer Erzieherin hingen. Luise und Alwine waren zwei der wenigen jungen Frauen im deutschen Kaiserreich, die der englischen Sprache mächtig waren.
Dies verdankten sie Jolanthe, die sie trotz ihrer strengen Methoden nicht mehr missen wollten.

Jolanthe verabredete sich mit den Mädchen für den frühen Abend. Sie sprach sogar vorab mit den Eltern. Jolanthe behauptete, dass sie mit den Mädchen eine spätere Exkursion machen wollte, wobei sie ihnen einige Sternbilder erklären wollte. Ihr Verlobter würde sie zum Schutze begleiten, woraufhin Apotheker Lünen samt dessen Gattin diesem Ausflug zustimmten. Die Eheleute vertrauten Jolanthe, die ihre beiden Rangen zu wohlerzogenen, jungen Damen umgeformt hatte.

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