Eines Nachts, Nefret hatte ihrem Herren gerade, wie üblich, eine nackte Ölmassage zur guten Nacht spendiert, da blieb dem greisen Kaufmann ganz plötzlich das Herz stehen. Den Penis noch in der Hand, schloss die Liebeskünstlerin dem selig Lächelnden mit der Anderen auf immer die Augen; ...von sanft lächelnder Trauer erfüllt. Denn ein schöneres Geschenk, hätte sie ihm kaum machen können. Sie wusch sich die Hände, ...befreite die Rechte vom letzten Tropfen seiner greisen Saat, ...und legte sich schlafen. Niemanden ging es etwas an, wie er gestorben war. Morgen würde sie den sanft Entschlafenen entdecken, und die Verwandten informieren...
Nefret hatte mit Problemen gerechnet, nicht aber mit dieser Niedertracht.
Noch bevor das Testament eröffnet war, fochten die lieben Kinderlein die notarielle Freilassungsurkunde der Sklavin an und versuchten sie auf diese Weise zu entrechten und durch Verkauf los zu werden
Aber in der Stunde der Not, erreichten zufällig die Schiffe des Tochos den Heimathafen. Wie üblich, zog es dem Handelsmann zur Villa seines väterlichen Freundes und Mentors.
Tochos ahnte nichts vom Ableben seines alten Freundes, als er mit dem obligatorischen Weinkrug unterm Arm zur Villa herauf spazierte. Als er in die Halle trat, begrüßte ihn der Alte Freund mit dem üblichen Lächeln. Aber es war steif. Der Hausherr lag, aufgebahrt zur letzten Reise im Flur.
Nefret stand derweil unter Hausarrest. Aufgelöst berichtete sie dem Heimkehrer von den Vorfällen und gemeinen Anschuldigungen.
Tochos geriet darauf in fürchterlichen Zorn. Der letzte Wille seines toten Freundes war ihm schließlich bekannt und heilig. Er wollte Nefret seine kleine Privatjacht, ein bisschen Schmuck und ein Beutelchen Gold für einen Neuanfang vermachen. Nichts, im Vergleich zu dem, was die Kinder erben würden. Ebros hatte in seinem Leben ein gewaltiges Vermögen angehäuft. Jeder seiner Erben hätte allein durch den Pflichtteil bis an‘s Lebensende ausgesorgt. Und die schöne Hetäre hatte in ihrem Leben weit mehr und härter gearbeitet, als die ganze, gierige Brut zusammen. Aber selbst den kleinen Teil gönnten sie ihr nicht… Ebros hatte nie viel übrig, für seine faule, gierige Nachkommenschaft. Nicht umsonst hatte er schließlich den fleißigen Tuchos unter seine Fittiche genommen...
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