Für Tochos war es reine Ehrensache, den Letzten Willen des Toten durchzusetzen. So stellte er sich schützend vor die Ägypterin. Seine athenischen Verbindungen zahlten sich jetzt aus. Er kannte wirklich mächtige Menner. Nach drei Tagen war Nefret bereits wieder frei. Ihre kleinen, ererbten Schätze wurden auf ihr eigenes Schiff verladen. Mit Tochos Geleitzug brach sie in Richtung Sizilien auf. Dort unterhielt der Händler eine eigene Niederlassung. Während der Überfahrt setzte er oft zu Nefrets kleinem Schiffchen über. Nach angemessener Trauerfrist zeigte sie ihm großzügig ihre Dankbarkeit.
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Während der dritten Woche auf See, versuchten Piraten ihr Glück bei unserem kleinen Handelsverband. Tochos jedoch, der häufig in gefährlichen Gewässern verkehrte, sparte nicht an der Ausrüstung seiner Schiffe. Seine Seeleute waren ausgezeichnete Kriegsveteranen der römischen Flotte. Die ausgedienten Krieger waren dankbar für jedes Abenteuer, dass ein wenig Abwechslung versprach. Dazu beschäftigte der Kaufmann noch erstklassige Bogenschützen. Mit größter Genugtuung sah Nefret dabei zu, wie sich die verborgenen Rammsporne der schweren Handelsgaleeren in die Bäuche der Piratenschiffe bohrten. Denn sie hatte schließlich am eigenen Leib erfahren, was es bedeutete, in die Hände dieser Meeresräuber zu fallen. Sie hatte nicht das geringste Mitleid...
Nach kurzer Schlacht sanken die Fahrzeuge der überraschten Piraten auf den Meeresgrund
Nefret war von einem erhebenden Glücksgefühl ergriffen, dass sie kaum zu beschreiben vermochte. Erst mit den sinkenden Piratenschiffen, fielen auch die dunklen Schatten der Vergangenheit von ihr ab.
Auch die Trauer um ihren verstorbenen Gönner verblasste langsam. Schließlich war er alt, und auf die schönste Weise gegangen, die man sich nur vorstellen konnte.
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