Gloria und Hanna

0 9-14 Minuten 0 Kommentare
Gloria und Hanna

Gloria und Hanna

Erwin G. Burmeister

„Möchtest du vielleicht mal probieren, wenn es fertig ist?“ Sie war erstaunt ob ihres Wagemuts. Angesichts ihres sehr schüchternen Naturells bedurfte es für sie enorm viel Überwindung, so etwas überhaupt zu jemandem zu sagen. Und nun auch noch zu Hanna!
„Aber gern! Wie lieb von dir!“ Sanft streichelte Hanna ihr über den Arm. Dies machte Gloria noch verlegener. Verdammt, was sollte sie jetzt bloß sagen, um das Gespräch in Gang zu halten? In ihrem Kopf herrschte die totale Leere. Sie fühlte sich wie in Trance.
Zum Glück befreite Hanna sie aus der Verlegenheit.
„Und, was hast du noch so gemacht am Wochenende?“ (Ich hoffe nicht, dass du mit einem Mann geschlafen hast.)
„Oh, von Freitagabend bis Samstagnachmittag war eine gute Freundin von mir zu Besuch.“ (Mit der ich wilden, hemmungslosen Sex hatte.)
„Wie schön! So ein richtig gemütlicher Mädelsabend also.“ (Wie ich ihn liebend einmal einen mit dir verbringen würde.)
„Ja, es war ganz toll.“ (Sie hat mich genau so vernascht, wie ich dich gern mal vernaschen möchte.) „Und gestern habe ich es mir alleine zuhause gemütlich gemacht.“ (In ihrer Strumpfhose.)
„Und du? Was hast du so gemacht?“ Allmählich begann Gloria, lockerer zu werden.
„Ich hab‘ mich abends mit ein paar Mädels getroffen, und wir haben uns zusammen einen schönen Abend bei mir zuhause gemacht.“ (Eine davon ist dann die Nacht über bei mir geblieben, und ich habe es ihr so richtig besorgt.)
„Wir treffen uns jede Woche reihum bei einer von uns.“ (Und wenn sich die Gelegenheit ergibt, treibe ich es immer mit einer von denen.)
„Und gestern? Sicher möchte dein Freund doch auch mal Zeit mit dir verbringen“, antwortete Gloria wagemutig und mit noch stärker klopfendem Herzen. (Komm, sag schon, dass du einen Freund hast, damit ich mich gleich hier aus dem 5. Stock aus dem Fenster stürzen kann.)

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 283

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben