Kurz schließt Lisa die Augen und atmet tief durch.
Auch das ist etwas, was ich schon öfter an ihr beobachten konnte. Es zeigt in der Regel an, dass sie sich etwas von der Seele reden will und so kommt es auch:
„Du hattest recht heute Morgen. Ich habe mich so an dieses Spiel mit den Männern gewöhnt, dass mir etwas fehlt, wenn ich es nicht habe. Es ist dieses Flirten in gewissen Grenzen. Zu spüren, ich werde begehrt. Eigentlich bräuchte ich das nicht mehr, weil ich weiß, dass du mich liebst, was ich auch von ganzem Herzen erwidere. Genau da liegt aber auch der Grund, warum mir das Spiel mit den Dackeln gefehlt hat.“
Lisa legt ihre Hand auf meine und blickt mir fest in die Augen, damit ich sehe, ihre Worte kommen aus einem ehrlichen Herzen.
„Ich will dich nicht manipulieren und merke doch, dass immer wieder etwas von dem bei mir durchkommt, was ich mir in den letzten Jahren angewöhnt habe. Gib mir Zeit, mich davon zu lösen.“
„Lisa, so wird das nichts“, gehe ich schmunzelnd darauf ein. „Entweder willst du dich davon befreien, dann musst du einen harten Kurs einschlagen, auch wenn ich ab und zu was einstecken muss. Oder du befriedigst weiterhin deine Sehnsucht nach Anerkennung und Überlegenheit, in einem gewissen Rahmen.“
Ralf kommt zurück, steuert auf uns zu, erkennt, dass wir etwas besprechen wollen, nickt verstehend und geht vorbei. Ja, ich brauche den Austausch mit solchen Menschen, das werde ich Lisa heute noch sagen.
„Was ich dir aber vorschlagen würde“, setze ich das Gespräch fort. „Hol dir weiterhin deine Bestätigung bei den Männern. Flirte mit ihnen, mach ihnen aber klar, wie weit es geht, oder willst du sie immer noch vorführen? Mich quälen möchtest du ja nicht mehr, wie du gesagt hast.“
Ich bedaure zutiefst, welche Wendung dieses Gespräch genommen hat.
Glücksmomente
Ob das gut geht? – Teil 26
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