Gould Island

Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft

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Reinhard Baer

Sie leckte sich die Lippen und fragte: „Hab ich’s jetzt wieder gut gemacht?“ Ich war verwirrt. „Was denn?“ „Na, meinen Blödsinn von heute Morgen, den mit der Verhaftung? – Ich habe mir jetzt den Mund ausgewaschen, nicht mit Seife … aber ausgewaschen.“ Dabei grinste sie mich breit an. „Ähm, … ich würde sagen, … noch mal zwei blasen, einmal mit Schlucken und dann noch einmal doggy, … dann ja!“ „Spinner!“ Wir mussten beide lachen.

Danach nahmen wir leise unsere Planungen wieder auf. Wie würden wir sinnvollerweise am nächsten Tag vorgehen? Wir sprachen auch über einige offene Fragen, auf die wir immer noch keine Antwort hatten. Zum Beispiel darüber, wie man eine komplette Bevölkerung einsperren kann. Wir verstanden ja, dass Big Jim nicht alle Grenzen komplett abriegeln konnte und es deshalb Straßenübergänge ohne Posten gab und außerdem eine lange grüne Grenze, aber was hinderte die Menschen dann am Abhauen? Und wo fuhr er nachts hin?

Gegen Abend trieb uns der Hunger noch einmal aus dem Schlafsack. Wir entschieden, lieber nicht schon wieder zu Lucille zu gehen, um nicht aufzufallen. Stattdessen gingen wir zu ihrer Cousine in die Bäckerei.

Auch diesmal war nichts los. Kein weiterer Kunde. Was sollte man auch schon groß kaufen? Das Sortiment bestand aus zwei Brotsorten und einer Sorte Brötchen. Da gingen die Einkäufe schnell. Wir ließen uns Brötchen geben und sprachen währenddessen mit der Bäckersfrau: „Schöne Grüße von Lucille.“
„Oh ja, sie hat mir erzählt, dass sie gute Gespräche hatten …, sie war heute Mittag hier.“
Ich begriff das mal als Aufforderung, frei zu sprechen. Dieser Garcia beschäftigte mich. Irgendwie fand ich den seltsam.

„Sagen Sie, dieser Mr. Garcia, da nebenan. Warum waren sie verwundert, ihn zu sehen?“ „Weil der selten hier ist, lässt gerne alles von seinen Angestellten machen.

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