Gould Island

Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft

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Gould Island

Gould Island

Reinhard Baer

Das würden wir morgen beim Frühstück erledigen.
Die Bäckersfrau hatte uns genau beschrieben, wo wir etwas Interessantes zu sehen bekommen würden.
Wir schauten uns die Gegend an und bemerkten nichts Auffälliges auf der Karte. Wir würden hinreiten und zwar sofort nach dem Essen, denn falls Big Jack so etwas wie eine Tagesroutine hätte, würde er in 1-2 Stunden aufbrechen. Gesagt, getan, eine ¾ Stunde später waren wir am beschriebenen Ort. Die Bäume reichten fast bis ans Wasser und wir achteten darauf, in ihrem Schatten und Sichtschutz zu bleiben. Wie angekündigt sahen wir im Nordosten Prudence Island und voraus im Osten die große Insel, auf der Newport lag.
Was sie nicht erwähnt hatte, war, dass noch ein kleines Inselchen dazwischen lag, ca. 800 m vom Strand, auf dem wir uns befanden. Den Namen kannten wir nicht, konnten ihn auch nicht nachschauen, denn wir hatten den Atlas im Hotel gelassen, um uns ja nicht verdächtig zu machen. Wir waren schon fast eine Stunde hier, da hörten wir mehrere Automotoren aus südlicher Richtung näherkommen. Etwa 500 m südlich von uns erstarben die Motorengeräusche, Autotüren klappten auf und zu. Dann wurde ein Boot angeworfen und endlich konnten wir etwas sehen. Ein kleines Boot, besetzt mit einer ganzen Reihe von Männern, tuckerte über den schmalen Sund zu dem Inselchen und vertäute an einem Steg genau im Süden. „Schau an, der Strolch bringt sich nachts dort in Sicherheit. Das wird es nicht einfacher machen.“
Wir hatten keine Ahnung, was da war. Es sah aber so aus, als ob es dort Gebäude geben könnte, die einst von der US-Army aufgegeben worden waren. „Komm, lass uns zum Anleger reiten. Hier gibt es nichts mehr zu sehen und es wird bald dunkel“, trieb mich Kris an. Das entsprang so mehr der Gewohnheit, denn die Insel war ziemlich sicher vor Donalds und wir mussten uns im Dunkeln eigentlich nicht fürchten. Wir inspizierten den Platz am Anleger. Die Autos waren alle unverschlossen, niemand würde Big Jack bestehlen, aber sie enthielten leider auch keine brauchbaren Hinweise. Die Bäume und Büsche umrahmten auch diesen Platz und reichten fast bis ans Wasser. Aber sonst gab es auch nicht viel zu sehen. Ein zweites Boot, mit mehreren Ketten angeschlossen, dümpelte am Steg. Möglicherweise das Reserve-Boot. Wachen gab es zum Glück nicht. Wir machten uns auf den Weg zum Hotel. Gleich schauten wir nach dem Namen der Insel: Gould Island, wieder etwas, was wir uns merken mussten. Bald danach legten wir uns schlafen. Morgen hatten wir einen langen Tag vor uns.

Am nächsten Morgen frühstückten wir wieder bei Lucille, gaben den Atlas zurück und stellten noch ein paar Fragen. Warum die Bewohner des Festlandes den Staat nicht verließen, obwohl nicht überall Posten waren, wusste sie aber auch nicht zu beantworten. Die beiden Maultiere überließen wir ihr für je 15 New Dollar. Sie würde sie für 20 New$ weiterverkaufen. Was war das für eine Welt, in der Maultiere mehr kosteten als Frauen? Wir bedankten uns für alles und wünschten ihr ein herzliches „Auf Wiedersehen.“ Sie hatte längst verstanden, dass wir es ernst meinten.

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