Die Tür wurde aufgerissen, ein Mann stürzte in das Zimmer und fing sofort an Bilder mit seinem Handy zu machen. Bilder erst von ihm, dem nackten, erschrockenen, entsetzten Mann, dann von der nun auch weitgehend nackten Frau, die ihre Blößen mit den Händen zu verdecken suchte. Während der Eindringling stumm fotografierte, fuhr sie fort hektisch zu reden und deutete mit ausgestreckter Hand auf den Nackten. Der war immer noch perplex, hatte aber sofort kapiert, dass er in eine verdammte Falle getappt war. Der Eindringling, ein mickriger, untersetzter, nichtssagender Mann in einem billigen, grauen Anzug, brachte die Frau mit einer Handbewegung zum Schweigen dann kam er ohne lange Vorrede zur Sache. Er wisse doch, in welch beschissener Situation er sei. Er habe soeben diese junge Frau vergewaltigt, das habe sie nicht nur gesagt, das habe er selbst gesehen.
Beim Betreten des Zimmers habe er gesehen, wie er sie von hinten gevögelt habe, das sei eindeutig gewesen und ein klarer Beweis. Während er redete machte er weitere Bilder von der Frau, die bereitwillig all die Stellen ihres Körpers präsentierte, die misshandelt worden waren, das Gesicht, die Brüste, die nun beide frei waren und Flecken aufwiesen, genau wie der untere Teil des Bauchs und zwischen ihren Oberschenkeln sah man sogar eine verschmierte, rote Spur. Vergewaltigung sei ein Verbrechen, fuhr der Mann fort, und er würde jetzt die Polizei anrufen und die würde ihn einlochen und er bekäme fünf Jahre Haft, mindestens. Er habe noch mehr Beweise, betonte er, er selbst sei Zeuge, ein sehr guter Zeuge, denn er sei der Hausdetektiv. Bei diesen Worten holte er aus der Brusttasche seiner reichlich schäbigen Jacke eine Plastikkarte und schwenkte sie so heftig, dass man nicht erkennen konnte, um was es sich handelte. Er sei also von Amts wegen besonders glaubhaft und er habe zudem die Aufnahmen in seinem Handy, die ganz klar zeigten, dass diese junge Frau vergewaltigt und misshandelt worden war, sie sei voller blauer Flecken und er solle nur hinschauen, dann könne er es selbst sehen.
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