Er sei schließlich Anwalt und wisse diese Dinge genau. Er bestehe darauf, dass sie den Vertrag einhalte und sich jetzt vögeln ließe, jetzt gleich, wie vereinbart. Das war zu viel für die beiden. Die Frau fing wieder an auf den Detektiv einzureden und der, durch das forsche Vorgehen unsicher geworden, gab schließlich sein Spiel auf. Er steckte sein Handy in die Jackentasche und es war, als hätte er eine Pistole weggesteckt und auf einmal war die unmittelbare Bedrohung auch nicht mehr da und die Atmosphäre fast schon ganz entspannt.
Die beiden Männer setzten sich auf das Bett, die Frau, nach einer Klarstellung wieder ganz entspannt und friedlich, blieb auf ihrem Stuhl sitzen und begann mit Papiertaschentüchern ihre „Verletzungen“ abzuwischen. Ihr Kumpan erklärte nun lang und breit, dass er im Hotel arbeiten würde, aber als Aushilfe, als Mädchen für alles und das bei einem Hungerlohn. Um zu überleben, er müsse dieses Wort verwenden, würde er mit einigen Frauen, so auch mit Julia, ab und zu ein solches Spektakel inszenieren. Sie würden so ihr klägliches Einkommen ein wenig aufbessern, denn alle Frauen im Hof, auch die toll aussehende Julia, seien arm dran. Die ertappten Freier seien meistens so erschrocken und verängstigt, dass sie schnell mal einen Hunderter lockermachen würden, um rasch und ungeschoren aus der Sache herauszukommen. Das Geld würde er sich dann mit dem Mädchen teilen. Aber ihm müsse er ein Kompliment machen, er sei ein harter Hund, er habe ihn durchschaut und überrumpelt, statt umgekehrt. Aber das würde er ihm jetzt nicht weiter übel nehmen, diese Spielchen könnten ja nicht immer gut ausgehen. Jetzt sollten alle drei vergessen, was passiert ist. Jetzt seien sie doch Freunde und er könne sich in sein Bett legen und in Ruhe schlafen. Doch der so Gelobte wollte gar nicht schlafen, er wollte das bekommen, was ihm zustand, wofür er schließlich schon bezahlt habe.
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