Grottenlegenden

9. Teil aus Professor Doctor P. Orn

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Peter Hu

...Als Franziska im Lager anlangte, war Ali gerade am dritten Teil seiner phantastischen Erzählungen angelangt. Sabin war mehr als froh darüber, dass sie etwas abseits des Feuers saß. Denn so blieb ihre Schamröte im Schatten relativ unentdeckt. Jedenfalls hatte sie jetzt keine Zweifel mehr daran, wie ihr großer Orni zu seinem verwegenen Ruf kam. Aber auch ihre eigene Rolle wuchs unter den magischen Erzählkünsten des Orientalen ins Grenzenlose. So entstanden also Legenden. Am Ende wunderte sich sich die Blonde selbst, wie es ihnen überhaupt gelingen konnte, lebendig aus den Kochtöpfen der hungrigen Kannibalen zu entkommen...
Ein weiteres Beispiel…:

...“So harrten wir also unserem unausweichlichem Schicksal entgegen. Die Wilden schlugen mit menschlichen Schenkelknochen auf ihre Trommeln. Die Oberpriesterin, eine fette runzelige Hexe mit lehmverschmierten Haaren, wetzte schon ihr Opfermesser. Sie war im Begriff, dem Ochsen unsere wertvollsten Utensilien zu opfern...
...ich spürte schon das kalte Eisen an meinem größten Stolz, als plötzlich große Unruhe ausbrach. Eine handvoll Krieger zerrten eine blonde Frau herbei, die sich wie eine fauchende Katze wehrte. Nicht wenige Krieger bluteten aus tiefen Kratz und Bisswunden.
Ich atmete einen kurzen Augenblick erleichtert auf. Denn die Hexe setzte die Klinge ab, um den frischen Fang auf seine Fleischqualität zu überprüfen.
Doch als das Menschenknäuel nahe genug heran war, erkannten wir zu unserem Entsetzen, dass es sich um Sabin handelte, die da ihre Häscher traktierte.
War sie also ganz allein aufgebrochen, um ihren geliebten Professor und seinen getreuen Diener zu retten. (Alis Stimme bekam plötzlich einen anklagenden Unterton) ...Eine Großtat also, die hier so mancher starke Mann gescheut hat...
...Verzweifelt wand sich Porni in seinen Fesseln. Sein Mund schäumte vor Wut. Mit seinem eigenen Heldentod hatte er sich ja schon abgefunden. Aber dass seine schöne Lieblingsstudentin jetzt auch noch in den Kochtöpfen der knochengeschmückten Wilden landen sollte, machte ihn schier tollwütig...
Unter dem wütenden Gebrüll eines Tigers, drohte er seine Fesseln zu sprengen. Ich bezweifle nicht, dass er die Krieger mit bloßen Händen zerrissen hätte. Aber in diesem Augenblick geschah etwas unglaubliches.
Als die Menschenfresser unsere tapfere Sabin aus ihren Kleidern rissen, entdeckten sie plötzlich die tätowierte Raubkatze auf ihrem süßen Bauch.
In der Tat. Das kunstvoll tätowierte Tier sah im Schein der Flammen wirklich so aus, als wollte es jeden Augenblick los springen.
Plötzlich warfen sich die Krieger vor Sabin in den Staub.
Sie verwechselten unsere Schöne offensichtlich mit irgendeiner wiedergekehrten Göttin. Zum Glück erkannte unsere kluge Sabin sofort ihren Vorteil. Das Mädchen knurrte so tief, wie man es ihr kaum zutrauen mochte. Von panischer Hast ergriffen, suchten die Menschenfresser ihr Heil in der Flucht.
Sabin aber, sammelte gemächlich ihre verstreute Kleidung ein. Bald blitzte ein kleines, scharfes Schweizer Taschenmesser in ihrer Hand.
Es erschien uns wie eine kleine Ewigkeit, bis Sabin endlich die Klinge heraus geklappt hatte. Aber sie hätte sich ruhig mehr Zeit dabei lassen können. Denn ihr gespannter, nackter Arsch war ein Anblick, der uns selbst den Marterpfahl wert war...
„Der Größte“ möge mir vergeben, aber mein Legestachel richtete sich schneller auf, als die Schneide des Messers. Und ich fürchte, unserem Professor erging es auch nicht anders...
Die Wilden aber, hatten sich schneller von ihrem Schrecken erholt, als uns lieb war. Porni gelang es gerade noch rechtzeitig, seine am Boden liegende Pistole und den berühmten Ochsenziemer zu ergreifen. So deckte er heldenmütig unseren Rückzug.
Mit knapper Not gelangten wir in einen Seitengang des großen Labyrinths. Wie durch das Wunder der Vorsehung, führte uns dieser Weg direkt in die große Kulthalle...
Als wir ein rostiges Sturmfeuerzeug entzündeten, gewahrten wir plötzlich die Statue des riesigen Ochsen. Sie war vom Staub der Jahrhunderte verhüllt...
Alle Gefahren ignorierend, grub sich der Professor mit den bloßen Händen in die Tiefe. Bald klaffte ein großes Loch unter dem abgebrochenen Penis der Statue.
Aber so tief sich seine blutenden Finger auch fraßen, das Auge des Ochsen blieb verschollen.
Ich wollte meinen Herren gerade ablösen, als sich die ersten Kannibalen näherten. Wieder bellte Orns Colt bis das Rohr glühte. Aber die Munition wurde langsam knapp. So blieb uns nichts anderes übrig, als uns schweren Herzens zurückzuziehen. Wir mussten das heiße "Auge des Ochsen", in seinem kühlen Grab zurück lassen.
Nach langwierigem Versteckspiel, gelangten wir schließlich nach Wochen wieder ans Tageslicht. Wir hatten somit die Kannibalen und die unzähligen Todesfallen des Labyrinths überwunden...

„So habt ihr erbärmlichen Versager also kurz vorm Ziel gekniffen?“ ...bellte da eine rauchige Frauenstimme durch die gespannte Stille.
Franziska hatte sich inzwischen unbemerkt unter die Zuhörer gemischt. Sie hatte ein feines Gespür für Wahrheit und Dichtung. Vielleicht lag das daran, dass sie selbst eine begnadete Lügnerin war.
„Was sind denn das für Ammenmärchen, ...lieber Herr Ali? Jedes Kind weiß doch, dass es hier längst keine Menschenfresser mehr gibt.“
Frau Doktor Willhelm lächelte. Es war ihr kaum anzusehen, dass sie unter der coolen Maske kochte.
‚Sie haben das Auge gefunden‘, ...schoss es ihr intuitiv durch den Kopf...

...Franziska Willhelm beschloss kurzerhand für sich, den schlangenzüngigen Bazar-Erzähler noch einmal genauer zu befragen. Sie hatte da so ihre Methoden…
...Und die sahen folgendermaßen aus:

Die Archäologin legte die schärfsten Strapse an, die ihre Überseekiste her gab. Dann rollte sie sich schwarze Nylons über. Die erregende Struktur ihrer strammen Beine, wurde dadurch beinahe bis ins Unerträgliche betont. Stolz drehte sie sich vor dem kleinen Reisespiegel. Mit bösem Grinsen zog sie die blonde Perücke über. Sie kannte Alis Schwachpunkt nämlich ganz genau. Dann wanderte der Spiegel etwas tiefer. Rasierschaum zischte aus der kleinen Sprayflasche. Etwas später war Franziskas Bärchen blank. So konnte sie als „Echte Blondine“ durch gehen…
Dann noch eine betonende Verpackung für die Melonen und einen leichten Überwurf; ….spätestens die hochhackigen Schuhe würden dem Märchenonkel die Zunge lösen...
...Alis „Vernehmung“ konnte also beginnen.

Der Wüstensohn war nicht eben unangenehm überrascht, als Franziska in dieser Verkleidung nach ihm verlangte. Ihm stockte schier der Atem. Sein Herz wollte ihm sprichwörtlich aus der Brust hüpfen, als ihn die plötzlich erblondete Franziska in ihrem frivolen Nachtgewandt empfing.
Das Licht der flackernden Gaslaterne betonte jede ihrer verführerischen Rundungen ins Detail. Ali kannte diese Frau bisher nur in derber Alltagskleidung. Und auch wenn sie im Original nicht blond war, rebellierte sein Schwanz so manches mal in den Unterhosen, wenn er ihrer im Lager ansichtig wurde. In diesem durchscheinenden Kimono, war sie die personifizierte Versuchung...

„Lieber Ali“...(gurr....mautz...mautz), ...säuselte die weiblichste aller Versuchungen warm.
„Bei deinem Empfang hier im Lager (schnurr... schnurr...), war ich wirklich sehr unfreundlich zu dir. Ich habe mir das seither immer wieder bitter vorgeworfen. Besonders um dich, Vater aller Beglücker (miau.... miau…), habe ich mich während eures Verschwindens schrecklich gesorgt. Ich hätte es mir nie verziehen (musch... musch... musch…), wenn du umgekommen wärest. Darum möchte ich mich bei einem Gläschen Sherry, in aller Form bei dir entschuldigen“, ...schwang ihm ihre tiefe Stimme bis in die prickelnden Hoden.
Um diesen Worten ihre gefährliche Wirkung zu verleihen, entblößte sie auch noch in voller Länge ein bestrumpftes Bein...
„Leider kam ich zu spät, um deine ganze Geschichte zu hören. Wärst du so lieb (zwitscher... zwitscher...), sie mir noch einmal ganz von Anfang zu erzählen?“
Der Kimono schwebte leise zu Boden...

Keine zehn Minuten waren vergangen, da spürte er schon, wie sich ihre heißen Hüften an ihm rieben.
...Keine halbe Stunde war verstrichen, da drückte die Walküre ihren Berichterstatter aufs Bett.
...Ihre bestrapsten Beine öffneten sich nahezu hydraulisch, ...und ihre Wahnsinnstitten hüpften lustig aus ihren Körbchen.
Ali war in Lust und Liebe entbrannt. Seine Reiterin presste alles aus ihm heraus. Sein Erzählfluss wollte gar nicht mehr enden...

...Ali schnarchte tief und fest, als sich Franziska Willhelm aus dem Zelt schlich.
Wie ein geisterhafter Schatten glitt das nackte Vollweib darauf in Professor Orns Zelt. Unter seinem sägenden Schnarchen brauchte sie sich noch nicht einmal besonders leise zu verhalten. Und wäre er erwacht, die Unersättliche hätte ihn schnell wieder in den schlaf gefickt...

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...Ali erwachte unter den Backpfeifen seines Freundes. Sabin assistierte der Wiederbelebung mit besorgtem Blick. Hin und wieder übergoss sie den Schläfer mit Wasser.

„Wahrheitstropfen“, ….kommentierte Prof. Orn besorgt, als Ali endlich die Augen aufschlug. Die Pupillen waren zu winzigen Sternen geschrumpft.

In des Arabers Kopf rotierte es, als würde sich ein Brummkreisel darin drehen. Noch immer tanzten riesige Brüste vor seinen Augen.
Das Wahrheitsmittel wirkte noch immer nach. Ali sang zwischendurch noch immer das Hohe Lied auf Franziskas zahlreiche, körperliche Vorzüge...
„Es war nicht nett, dass wir das Auge vor ihr versteckt haben. ...Ich habe Franziska gesagt, wo sie es findet...“
„...Sabin, ...bitte könntest du noch einmal mit der Hand... oder mit dem Mund?“ ...lallte der Aufgegeilte unter der abklingenden Wahrheitsdroge...

Professor Orn stieg derweil die Zornesröte ins Gesicht.

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...Franziska war mit dem Auge über alle Berge. Frau Doktor hatte ihr Zelt gründlich ausgeräumt. Der beste Jeep war verschwunden. Die anderen Autos hatte das verschlagene Luder unbrauchbar gemacht. Und das einzige Funkgerät war auch zertrümmert.
Orn konnte sich einer gewissen Bewunderung nicht enthalten. Auch wenn Franziska ihn und die Anderen durch ihr Handeln in größte Schwierigkeiten gebracht hatte...

...Noch lag Kommandante Rodriges Viktorio de Lagatt mit wundem Gemächt im Zelt. Er ahnte noch nichts vom plötzlichen Verschwinden seiner heiß verehrten „Erzieherin“. Aber lange ließ der Hauptmann sich wohl auch nicht mehr hinhalten. Würde er erst einmal erfahren, was Ali mit seiner angebeteten Franziska getrieben hatte, war des Orientalen Leben wohl keinen Pfifferling mehr wert. Südamerikanisches Temperament, gepaart mit russischer Maschinenpistole, galt in allen Teilen der Welt als hoch brisante Mischung...

„Pack alle Sachen zusammen, die wir brauchen. Und dann nichts wie weg von hier“, ...wies er Sabin an, währnd er seinen Assistenten in Sicherheit schleifte....
Die straffte selbstbewusst ihre hübschen Beine und presste stolz die schöne Brust heraus. Endlich wurde sie als gleichwertiges Mitglied der Crew behandelt...
Der Jagdhund in Orn war erwacht. Jetzt war er fest entschlossen, „DAS AUGE wieder einzufangen. Außerdem war er wenig gewillt, noch irgendwelche unangenehmen Fragen dieser Revoluzzer zu beantworten…

Mit dem stärksten aller Moccas, war Ali bald wieder auf die Beine gebracht.
Vor dem Zelt herrschte inzwischen große Unruhe. Ein Soldat hatte die Sabotage an den Fahrzeugen bemerkt, und sofort Alarm geschlagen.
Jetzt galt es, keine Zeit mehr zu verlieren. Orn erledigte zwei aufsässige Posten mit dem Betäubungsknüppel. Ali war ihm keine große Hilfe dabei. Einzig Sabins Reizen war es zu verdanken, dass die jungen Burschen für einen Augenblick abgelenkt waren...

...Dann tauchten unsere drei Helden in die alles verschlingende Tiefe des Orangischen Urwaldes ein. Irgendwo in der Ferne schrie der große Makonatovogel. Ali verfluchte unter schlimmsten Kopfschmerzen den Tag. Sein großer Lebenstraum (weiße Jacht, dickbusige Luxusblondinen, eisgekühlte Drinks u.s.w.) war wie eine Seifenblase zerplatzt...

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