Wir lassen zwei Türen links liegen (im wahrsten Sinn des Wortes) und kommen schließlich am Ende des Flurs an, von wo er nach links abbiegt und nach etwa zehn Metern erneut nach links im Dunkeln verschwindet.
Auf dem Fußboden stehen in regelmäßigen Abständen Laternen mit unechten Kerzen, die den Flur in ein gemütlich-gespenstisches Licht tauchen. Als wir am Ende des Flurs ankommen, fährt mir der Schreck in die Glieder. Hinter der Ecke steht ein Skelett mit einer Sense in der Hand und grinsts uns an. Es lehnt an einen Tisch mit brennenden Kerzen und einem riesengroßen ausgehölten Kürbis, durch dessen gruselige Fratze Rauch oder Nebel quillt.
„Ich muss schon sagen, die Deko ist hier erste Sahne“, sagt Paul und nimmt meine vor Schreck noch zitternde Hand. Er öffnet eine große, dunkle Tür ein paar Schritte links hinter dem Knochenmann, und zeiht mich mit in ein etwa 30 qm großes Zimmer, in dem auf der rechten Seite hinter einem grob geschnitzten Holztisch ein großes, altes, dunkles Ledersofa steht, nebst Beistelltisch und Stehleuchte. An den Wänden hängen ein paar überdimensionierte, alte Bilder und hinter dem Sofa erstreckt sich eine Regalwand voll mit Skulpturen aus Metall oder Holz, Porzellanfiguren, Vasen und diversem anderen Tand.
Gegenüber dem Eingang, durch den wir gekommen sind, ist eine weitere Tür, die mir von Farbe und Kassettierung her bekannt vorkommt. Wenn mich mein Orientierungssinn nicht komplett täuscht, müsste das die Tür sein, die neben dem Kamin in die Bibliothek führt. Das heißt, wir sind genau in dem Zimmer, in dem das Pärchen vorhin gevögelt hatte. Dieser Gedanke gibt mir einen zusätzlichen Kick. Ich schließe die Tür hinter uns, die enttäuschend geräuschlos und ohne zu klemmen ins Schloss fällt. Vorbei an einer hässlichen Hundestatute ziehe ich Paul zu dem Regal hinter dem Sofa, und tu so, als wolle ich mir den ausgestellten Nippes dort genauer anschauen.
Halloween-Party
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