Er erzählt von seinem Alltag: Kontrollgänge, Kabel prüfen, Motoren schmieren. Worte, die unprätentiös wirken und dennoch eine Art Würde tragen.
Ich höre zu. Und ich bemerke, wie ich meine Schultern lockere – ein winziges, unbewusstes Loslassen.
Er stellt die Tüte mit meinen Einkäufen neben den Tisch. Ich habe sie gemacht, weil ich vermute, dass er nicht viel zu Hause hat. Und weil ich ihm etwas mitbringen will. „Du weißt schon noch ziemlich genau, was ich mag“, sagt er und hält die Macadamianüsse hoch. Ich zucke die Schultern und merke, dass ich dabei ganz unwillkürlich lächle, ohne dass es übertrieben wirkt. Ich weiß noch, welche Nüsse er am liebsten mag. Dass ich das nicht vergesse, obwohl wir uns kaum sehen, sagt wohl mehr, als ich mir eingestehe. Irgendwo ist er mir wichtig – auch wenn ich das praktisch nie ausspreche.
In der Küche bewegen wir uns erstaunlich koordiniert. Er öffnet Schubladen, ich finde Teller. Messer klirren, Gemüse landet auf dem Brett. Eine Weile reden wir über Offensichtliches: Rezepte, Gewürze, Arbeitsaufteilung.
Ich schneide rote Paprika, er rührt in der Pfanne. Während er die Holzkelle dreht, spritzt ein Tropfen Öl auf mein Handgelenk. Ein leiser Schreck fährt mir durch die Haut. „Aua.“
Ich schneide rote Paprika, er rührt in der Pfanne. Während er die Holzkelle dreht, spritzt ein Tropfen Öl auf mein Handgelenk. Ein leiser Schreck fährt mir durch die Haut. „Aua.“
„Zeig.“ Er greift meine Hand, prüft die Stelle mit einem Ernst, der unverhältnismäßig wirkt für diesen winzigen Punkt. Seine Finger halten meinen Arm fester, als nötig gewesen wäre, warm, rau durch Arbeit und doch behutsam. Ich spüre, dass er – wenn er wollte – Kraft hätte, zuzupacken. Aber dass er das nicht tut, ist es, was meine Haut brennen lässt.
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