„Wir haben heute Nacht unten bei Daniela geschlafen;“ antwortete Olivia wahrheitsgemäß.
„Dürfen wir da auch mal schlafen?“
„Bestimmt! Wenn ihr Ela ganz lieb fragt…!“
*****
„Olivia fliegt ein ganz großes Flugzeug!
“ Die Kinder waren gut drauf und konnten sich für alles Mögliche begeistern, als die junge Familie Olivias Eltern am Sonntag im Flughafenterminal verabschiedete.
Es gab zwar das Angebot von Olivias Eltern, dass ja alle vier bei ihnen an der Ostsee die folgenden Herbstferientage verbringen könnten. Aber Olivia wollte, dass die Kinder zur Ruhe kommen und man sich als Familie weiter findet. Außerdem war Martin in der Firma unabkömmlich, da Pat Mittwoch bis Freitag einen Fortbildungskurz besuchen würde.
Hendrik überlegte kurz und versprach den Kids: „Wir fliegen mal alle zusammen mit dem Riesenflieger, okay?“
„Und Livia ist der Pilot!?“ begeisterte sich Leon.
Olivia stimmte mit ein: „Ja, das machen wir!“
Alle drückten und küssten sich. Die beiden Kinder schienen sich richtig wohlzufühlen und winkten Olivias Eltern nach, bis sie nach der Sicherheitskontrolle aus ihrem Blickfeld verschwanden.
„Wisst ihr, was wir jetzt machen?“ Martin hatte Leon hochgenommen und mit ihm ein wenig geflüstert. Dann verkündete Leon: „Pizzaessen!“
Clara zupfte Olivia am Ärmel: „Aber erst gehen wir Mama besuchen. Martin hat doch den Stein noch gar nicht gesehen!“
Martin entschuldigte sich bei seinem Pflegekind, dass er noch keine Zeit für ihr Anliegen hatte und steuerte zuallererst den Westfriedhof an.
„Der ist doch schön, oder?“ Stolz zeigte Clara auf den Grabstein mit der Inschrift. Selbst Martin fehlten die Worte als er sah, wie bemüht die doch erst Fünfjährige war, noch etwas für ihre tote Mutter tun zu können.
Die Anderssons waren sich noch immer nicht schlüssig, ob sie mit den Kindern noch einmal in deren frühere Wohnung gehen sollten. Das würde sicher alte Wunden aufreißen, könnte aber helfen, den Tod der Mutter weiter aufzuarbeiten.
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