Happy hour in Ushuaia

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Happy hour in Ushuaia

Happy hour in Ushuaia

Yupag Chinasky

Er hatte sich verlaufen und wusste einfach nicht mehr, wo das verdammte Hotel war, obwohl es ganz in der Nähe sein musste, obwohl es in diesem Teil der Stadt, diesem Außenbezirk, gar nicht so viele Möglichkeiten gab, sich zu verlaufen. Er blieb unschlüssig stehen, drehte sich um, schaute nach hier, nach da. Er musste jemanden nach dem Weg fragen. Aber wen, hier, an diesem öden Vorort, um diese späte Zeit? Da lief doch außer einem halb besoffenen Tourist kein Mensch mehr herum. Wenn niemand kommt, dachte er, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als den ganzen Weg noch einmal zurückzugehen, bis zu dem Pub. Von da aus würde er das Hotel sicher finden. Aber das war ein großer Umweg und eigentlich hatte er jetzt keine Lust mehr, noch weiter spazieren zu gehen. Er seufzte und schickte sich schon an, dies dennoch zu tun, als auf dem Parkplatz ein Auto startete, die Lichter angingen und es sich langsam in Bewegung setzte. Um auf die Straße zu gelangen, muss es dicht an ihm vorbei fahren. Er winkte. Das Auto hielt an. Die Scheibe auf der Beifahrerseite wurde heruntergekurbelt. Eine Frau schaute aus dem Fenster. Sie war ziemlich jung und üppig. Lockige schwarze Haare umrahmten ein kindlich wirkendes Gesicht. Ihre Oberlippe war ein wenig zu kurz geraten und entblößte ständig zwei besonders lange Schneidezähne. Entblößt waren auch die oberen Hälften ihrer dicken Brüste. Ushuaia die Stadt der dicken Brüste, fiel ihm als erstes bei ihrem Anblick wieder ein. Brüste, die von einem knappen dünnen Jäckchen, und einem roten Kleid mit weitem Ausschnitt nur unzureichend bedeckt wurden. Ihm schien dieses Outfit viel zu dünn für diese Gegend, obwohl er hier noch gar keine Kälte erlebt hatte. Die dicken Brüste waren jedenfalls neben den Schneidezähnen das Auffallendste an ihr, den Rest des Körpers sah er nicht, noch nicht. Er fragte sie nach dem Hotel, verwechselte aber seinen Namen mit dem des Restaurants, in dem er zweimal gegessen hatte.

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