! Ich bin nur froh, dass ich endlich vor meinem Haus angekommen bin und ich freu mich schon jetzt auf eine erfrischende Dusche. Der Gedanke daran, wie gleich das kühle Wasser über meiner Haut fließen wird, lässt mein stressgequältes Herz höher schlagen. Noch schnell einen Blick in den gähnend leeren Briefkasten werfen, und nur noch beten, dass der Fahrstuhl nicht schon wieder ausfällt…
Jetzt steht Chrissie vor dem Aufzug und wartet. Jede ihrer Bewegungen wirkt in Zeitlupe auf mich; jedes Detail nehme ich wahr. Wie attraktiv sie wirkt in ihrem dunklen Cape, das mit dem blonden Haar kontrastiert! „Geburtstagskind“, denke ich mir und stelle fest, dass ein Lichtstrahl durch die geschlossene Lifttür bricht: In der nächsten Sekunde wird sie sich öffnen. Mein Herz rast; das ist mein Augenblick. Ich schiesse hinter dem breiten Betonpfeiler hervor, reisse die Augenbinde aus meiner Handtasche, dränge Chrissie in den Aufzug und verbinde ihr die Augen. Mit meiner ganzen Kraft (und die ist nicht unbeträchtlich) presse ich sie an mich. Mit der rechten Hand drücke ich die 10, dann halte ich Chrissie wieder fest. Sie windet sich in meinen Armen und ist offensichtlich komplett verwirrt. Der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung. 1….2….3….4….
Bevor wir das fünfte Stockwerk erreichen, drücke ich die Stopptaste. Knapp kann ich verhindern, dass mein „Opfer“ schreit; ich presse ihr eine Hand auf den Mund. Wie gerne würde ich ihr jetzt etwas Zärtliches ins Ohr flüstern! Das Risiko, dass sie meine Stimme erkennt, ist aber zu gross, also schweige ich - was die Sache für sie noch unheimlicher macht. Erst jetzt beginne ich zu geniessen; meine begehrenswerte Kollegin vom Englischkurs ist mir ganz und gar ausgeliefert. Noch immer verschliesst meine Rechte ihren Mund - wenn sie jetzt bloss nicht zubeisst! Meine linke Hand liegt auf Chrissies Bauch. Ich fühle ihren festen, sportlichen Körper; die Kleine ist am Verzweifeln.
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