Wenn jetzt bloss das Licht nicht ausgeht; ich bin ein visueller Mensch und möchte Zeit haben für diese Frau, alle Zeit der Welt - und vor allem möchte ich alles von ihr sehen - absolut alles. Schon nur der Duft ihres Haars betört mich - an meiner Seite steht die Einkaufstasche. Mit dem Inhalt werde ich sie verwöhnen. Es soll ein schönes Geburtstagsfest werden.
Oh, was war das?! Gerade noch sehe ich den Fahrstuhl im Erdgeschoss ankommen und höre das „Kling“ mit dem sich immer die Tür öffnet, als mich plötzlich etwas von hinten packt, in den Aufzug hineinstößt und mir die Augen verbindet. Ich versuche mich zu wehren, versuche meine Arme zu befreien und zu schreien, aber der Unbekannte hält mir den Mund zu.
Mich packt die Panik und dennoch...als ich merke, dass es eine Frau ist, die sich an mich presst, und dass sie, obwohl sie mich umklammert hält, versucht, mir nicht weh zu tun, beruhige ich mich ein wenig. Doch was nun?... Ich höre, wie die Unbekannte wild auf einen Knopf drückt und daraufhin der Fahrstuhl zwischen den Stockwerken stehen bleibt.
Mich überkommt wieder eine Welle der Angst. Was hat sie mit mir vor?! Wer ist sie? Hat sie mich beobachtet? - verfolgt?
Sie hat meine Arme jetzt los gelassen, aber ich traue mich nicht, mich zu bewegen. Mein Puls rast, ich verharre bewegungslos und warte ab...
Ich stehe vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Erstens muss ich Chrissie ihre Angst nehmen. Sie soll ja nicht bedroht werden an ihrem Geburtstag! Zweitens… muss jetzt alles schnell gehen. Was, wenn jemand den Aufzug bestellt und er sich wieder in Bewegung setzt? Ich fühle, dass sie allmählich ruhiger wird; meine Hand liegt noch immer auf ihrem Bauch. Ob ich es wohl wagen darf… sie für einen kurzen Augenblick loszulassen? Ich bücke mich nach der Tasche an meiner Seite und mache mich an der Tortenverpackung zu schaffen. Chrissie bewegt sich nicht, steht da, als würde sie von einer Schlange hypnotisiert.
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