*
Und dann kam der Tag von Leons Heimkehr. Auch seine Mission war scheinbar von wenig Erfolg gekrönt. Die Beute passte in eine kleine Truhe. Es hätte nicht einmal eines Lastenesels bedurft, sie zu transportieren…
Umma bekam zur Begrüßung, statt eines Kusses, erst einmal eine Abreibung, die ihr die Tränen in die Augen trieb. Timea konnte nicht verstehen, warum die Schwarze so sehr um den Fiesling gekämpft hatte. Aber auch die Prinzessin fürchtete den Augenblick, da der Überreizte sie auf sein Zimmer rufen würde…
Laut Ummas Erzählungen, waren Leon und seine Bande von den Soldaten des Königs arg bedrängt worden. Sie hatte sich nicht getäuscht. Der heimkehrende Trupp sah nicht nur arg gerupft aus, sondern auch sichtlich dezimiert. Die Prinzessin musste nun jeden Augenblick damit rechnen, als Faustpfand eingesetzt zu werden. Als Geisel, der man im Ernstfall eiskalt die Kehle durchschneiden würde. Und damit die wertvolle Geisel am Ende nicht davon lief, würde man sie einsperren, ...vielleicht sogar anketten. Dem galt es in jedem Fall zuvor zu kommen.
Schon am darauf folgenden Morgen, wurde Prinzessin Timea zum Räuberhauptmann befohlen. Die Unverschämtheit, sie zu rauben und ihr die Freiheit zu nehmen, ignorierte der verschlagene Anführer galant. Er machte die Hübsche sogar dafür verantwortlich, dass ihr Vater sich anschickte, sie zu befreien. Timea war nun schuld daran, dass manch rechtschaffener Räuber am Galgen baumelte oder vom Pferd geschossen worden war. Leon wollte einen Steckbrief. Jetzt hatte er ihn. Sein Porträt war auch echt gut getroffen. Und das darüber ausgelobte Kopfgeld, hätte ihm eigentlich schmeicheln müssen. Doch plötzlich wurde es richtig ungemütlich, im Räuberwald. Dabei war das Legen von Hinterhalten doch eigentlich sein Metier…
Die folgenden Wochen gingen für Timea also nahezu bleiern ins Land. Zum Glück bekam sie oft Besuch von Umma, die außer Speis und Trank, auch immer ein bisschen Tratsch dabei hatte.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.