Seit ihr Eifersuchtsstreit beigelegt war, waren sich die jungen Frauen gegenseitig ans Herz gewachsen.
„Täusche ich mich? Dein Bauch ist rundlich geworden. Bist du etwa schwanger?
„Ja, ...von Leon“, ...seufzte die Dunkelhäutige verliebt.
„Dir ist wirklich nicht zu helfen. Aber wo die Liebe hinfällt“, ...zuckte Timea mit den Schultern, während sie Umma das nackte Bäuchlein streichelte...
So fand sich Umma auch kameradschaftlich bereit, den Schmied von Timeas Festsetzung zu unterrichten.
Weitere Wochen vergingen. Der Räuberhauptmann hatte inzwischen auch Umma verboten, weiteren Kontakt mit der Geisel zu unterhalten. Sie plapperte einfach zu viel. Das Essen brachte inzwischen eine griesgrämige Alte, die kaum sprach. Timea drohte dem Trübsinn zu verfallen...
Doch auch wenn sie inzwischen mit ihrem Kopfkissen redete, man hatte die Prinzessin nicht vergessen. Eines Nachts klopfte es unvermutet an ihrem Fenster. Sie glaubte zunächst an eine Halluzination. Doch nach dem dritten Klopfen beschloss sie nachzusehen und öffnete die schweren Schlagladen.
Es gab zwar kein Fensterglas, dafür aber Gitter. Und durch diese Gitter schob sich eine haarige, kräftige Männerfaust, die sie sofort an ihren Schwielen erkannte. Es war die Faust des Schmiedes, die sich da ganz langsam vor ihren erstaunten Augen öffnete.
Die Fenster des Verlieses waren so hoch angebracht, dass niemand hinein sehen konnte. Aber Timea hätte den Alten Mann sofort mit Küssen übersät, wenn es die Umstände erlaubt hätten.
Auf der von harter Arbeit gegerbten Handfläche, lag ein kleines, in Gold gefasstes Fläschchen. Der lederne Halsriemen, war noch ganz nass vom Brunnenwasser…
Der treue Schmied war also Nacht für Nacht allein am Brunnenseil herabgestiegen, um ihr das Kleinod zu retten.
Timea war außer sich vor Glück.
„Dafür will ich dich reich belohnen. Und glaube mir, auch deine Freiheit liegt jetzt nicht mehr in so weiter Ferne.
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