Heimliche Beobachter

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Heimliche Beobachter

Heimliche Beobachter

A. David

Unhörbar drehte das Raumschiff im Orbit seine Kreise. Es war ca. 30 bis 35 km von der Erde entfernt und umrundete den Planeten. Schon seit mehreren Tagen. Das Raumschiff gehörte zu den Bewohnern einer entfernten Galaxie, die nach anderen Lebensformen und bewohnten Planeten im Weltall suchten. Schließlich waren sie auf die Erde gestoßen. Die Mannschaft hatte keinerlei feindliche Absichten, ihr ging es darum, andere Lebensformen zu studieren und zu verstehen. Das Raumschiff war mit einer Tarnfunktion ausgestattet, so dass es auch mit den besten Teleskopen nicht zu erkennen war. Die Mannschaft war von humanoider Gestalt, es gab Männer und Frauen. Sie hatten Köpfe, einen Rumpf, Arme, Hände, Beine und vier Finger und einen Daumen. Die Wesen hatten Ähnlichkeit mit den Avatarwesen aus einem Kinofilm. Hätte sie ein Erdenbewohner gesehen, könnte man meinen, die Wesen, die vom Planeten Triton kamen, hätten für den Film als Vorlage gedient.

Das Raumschiff war nicht sehr groß. Es hatte tatsächlich die berühmte ovale Form und wurde von einer Frau befehligt. Es gab ein paar Techniker an Bord, die sich um den Antrieb kümmerten, hauptsächlich bestand die Mannschaft aber aus den sogenannten Observern, die stundenlang ihre Sensoren auf die Erde ausrichteten und Geschehnisse mitverfolgten. Die Scanner der Außerirdischen waren so scharf, dass sie das Geschlecht einer Maus aus 35 km Entfernung sehen konnten. Sie vermochten durch Wände zu sehen, aber eines konnten sie nicht. Sie konnten nichts hören. Sie konnten nur Bilder sehen, aber keine Geräusche wahrnehmen. Und die gewonnenen Informationen mussten sie irgendwie zu Bildern zusammenfügen.

Der Captain trat hinter die Observer und schaute ihnen über die Schulter. Je nachdem, ob er etwas interessantes beobachtete, blieb die Frau stehen oder ging weiter zum nächsten. 4 männliche und vier weibliche Wesen vom Planeten Triton scannten die Erde.

Sie sahen merkwürdige Menschen mit weissen Kapuzenmasken, die Kreuze verbrannten, sie sahen Menschen in Bürogebäuden, sie sahen Kinder in der Schule, Menschen in Einkaufszentren, Menschen die merkwürdige Dinge taten, die die Wesen vom Planeten Triton nicht verstanden. Überwiegend waren es Dinge, die man als Hobby bezeichnen würde. Menschen fuhren in merkwürdigen Fortbewegungsmitteln im Kreis, bewegten kleine Flugkörper in der Luft, säten Pflanzen an, brachten Farbe auf Leinwände und vieles mehr. Eine Sache interessierte den Captain ganz besonders: die Fortpflanzung.

„Ich habe etwas“ sagte einer der Männer und der Captain trat hinter den Observer. Auf dem Bildschirm erschien ein Schlafzimmer mit einem großen Bett. Offensichtlich ein Weibchen und ein Männchen hatten es eilig, sich ihrer äußeren Hüllen zu entledigen. Gespannt blickte der Captain auf den Monitor. Die Anatomie der Menschen war der ihren ähnlich, das Männchen verfügte über einen Ejakulator und das Weibchen hatte am Rumpf eine Öffnung. Nur die Haut der Erdenbewohner hatte eine andere Farbe und die Gesichtsform war anders.

„Warum nimmt das Weibchen den Ejakulator des Männchens in den Mund?“ wollte der Captain wissen.

„Keine Ahnung“ sagte der Observer. Fortpflanzung auf Triton unterschied sich etwas von der Erde: die DNA eines jeden Bewohners wurde bestimmt und dann entschieden, wer zusammen passt. Die Männchen mussten ihren Samen manuell aus dem Ejakulator schütteln und der wurde einer weiblichen Eizelle injiziert. Künstliche Befruchtung würde man das auf der Erde nennen. Körperlichen Kontakt hatte man vor Generationen aufgrund von Geschlechtskrankheiten verboten und die meisten Tritorianer wussten auch nicht mehr, wie das geht.

„Was passiert jetzt?“ fragte der Captain, als das Weibchen den Ejakulator des Männchens aus dem Mund entließ, sich auf den Rücken legte und die Beine spreizte. Der Kopf des Männchens verschwand zwischen den Schenkeln des Weibchens. Er bewegte sich leicht.

„Ich kann es nicht erkennen“ sagte der Observer, aber wer ihn genau beobachtete, konnte eine leichte Anspannung erkennen.

Das Männchen richtete sich auf und es war klar zu erkennen, dass der Ejakulator steif war und etwas vom Körper abstand. Das Männchen kniete zwischen den Schenkeln des Weibchens und ihre Körper näherten sich. Das Männchen stützte sich auf den Händen und Füssen ab, das Weibchen schlang ihre Beine um die Hüften des Männchens. Dieses bewegte sich rhythmisch, es sah aus, als würde es eine pumpende Bewegung machen.

„Können Sie näher ran gehen?“ fragte der Captain.

„Negativ. Ich bin schon auf maximaler Auflösung.“

Der Captain beobachtete die Szene. Von dem Männchen war nur die Rückansicht zu sehen, von dem Weibchen sah man einen Teil des Gesichtes. Es wirkte angestrengt, aber irgendwie auch verzückt und ekstatisch. Das Weibchen schien zu schwitzen und etwas außer Atem zu kommen, der Mund war geöffnet, die Augen geschlossen. Nach einiger Zeit bewegte das Männchen immer schneller und hörte dann ruckartig auf sich zu bewegen. Das Weibchen hatte ihre Finger in den Rücken des Männchens gekrallt, er verlor etwas rote Flüssigkeit. Bei den Tritorianern hatte Blut eine grüne Farbe. Das Männchen stand auf und das Weibchen blieb noch etwas liegen. Es machte einen erschöpften Eindruck.

„Ich habe auch etwas, Captain“ sagte eine Observerin zwei Plätze weiter. Der Captain trat hinter die Frau. Eine Frau war nackt an ein Gestell gefesselt. Ihre Gesichtsform war etwas anders. Wäre der Captain vom Planeten Erde, hätte er erkannt, dass es eine Asiatin war. Ein weiteres Weibchen trat ins Bild und sie hielt etwas in der Hand: eine Peitsche. Die beiden Frauen wechselten ein paar Worte, dann kam die Peitsche zum Einsatz, die die gefesselte Frau vor allem auf den Brüsten traf. Die weiblichen Tritorianer hatten diese Wölbungen auch, aber sie waren ohne Funktion. Auch ihre Lust auf Sex war genetisch ausgeschaltet worden. Später fanden sich beide Frauen auf dem Bett wieder. Die eine kniete in verkehrter Richtung auf der anderen und die Köpfe befanden sich jeweils zwischen den Schenkeln des anderen Weibchens.

Die Tage vergingen und der Captain ertappte sich dabei, dass die Bilder von gewissen Handlungen zwischen Männchen und Weibchen eine besondere Anziehungskraft ausübten. Die Erdenmenschen waren auch ganz fantasievoll, denn manchmal vereinigten sich Männchen und Weibchen auch offensichtlich am Arbeitsplatz im Kopierraum, in der Umkleidekabine eines Schwimmbades, in einer Garage oder im Aufzug. Manchmal beobachtete sie auch, dass ein Weibchen von zwei oder drei Männchen begattet wurde oder ein Männchen für zwei Weibchen zuständig war. Sie sah ein Weibchen in weißen Kleidern, dass nachts ein Männchen beglückte, das offensichtlich körperlich angeschlagen und in einer Reparaturanstalt war. Das Männchen lag auf dem Rücken in einem Bett und das Weibchen setzte sich auf das Männchen und begann alsbald auf und ab zu hüpfen und sich vorwärts und rückwärts zu bewegen. Das Männchen drückte fest gegen die Wölbungen des Weibchens, die zum großen Teil aus der weißen Schicht entsprungen waren und mit jeder Bewegung wackelten. Das Männchen sah sehr angestrengt aber auch sehr glücklich aus, als das Weibchen von ihm herunterstieg.

Eine Sache verstand der Captain aber nicht. Wenn diese merkwürdigen Rituale der Fortpflanzung und zum Erhalt der Spezies dienen, warum wurde dann nur wenige Weibchen schwanger?

Wenn Nachkommen geboren wurden, waren es meistens Babies mit dunkler Hautfarbe und die Ejakulatoren der Männchen waren oftmals größer als in der nördlichen Halbkugel des Planeten.

Der Captain sichtete immer mehr Material und ertappte sich dabei, wie er sich abends im Bett zwischen den Beinen berührte und eine gewisse Lust verspürte. Die Frau rieb sich immer heftiger und ihr Geschlechtsorgan wurde feucht. Sie beglückte sich erst mit einem, dann mit zwei und schließlich mit drei Fingern, bis sie zum ersten Mal in ihrem Leben einen Orgasmus hatte.

Während des Dienstes lechzte sie danach, dass einer der Observer ihr eine Meldung machte. Sie eilte dann zu dem entsprechenden Monitor und wer sie beobachtete, konnte erkennen, dass ihre Nasenflügel bebten. Manche Dinge verstand sie nicht, warum zum Beispiel jemand mit Handschellen an ein Bett gefesselt wurde. Die hatte sie sonst bei Erdbewohnern gesehen, die offensichtlich im Regierungsapparat tätig waren und Menschen verhafteten, die sich nicht gesetzeskonform verhalten haben. Die hatten danach aber im Regelfall keinen körperlichen Kontakt mehr. Es sei denn, sie kamen in eine Art Verwahranstalt mit Hunden, Wächtern und Gitterstäben und waren offensichtlich ihrer Freiheit beraubt. Da kam es dann zu Kontakt zwischen Männchen, aber das offensichtlich unterlegene Männchen sah dabei nicht sehr glücklich aus.

Der Captain rieb abends immer öfter sein Geschlechtsteil und er wusste, dass er da etwas Verbotenes tat. Aber Lust und Neugierde waren größer als die Angst vor einem Fehlverhalten.

Als sie am nächsten Tag die Schicht beendete, befahl sie ein Männchen der Crew eine Stunde später in ihr Quartier. Der Angesprochene, ein Fähnrich Kollon, reagierte verdutzt, wagte es aber nicht, dem Captain zu widersprechen.

Der Captain nutzte die Zeit, um sich vorzubereiten. Sie hatte hunderte von Stunden den Erdenmenschen zugesehen und glaubte, dass es jetzt Zeit sei, die visuell erlebten Erfahrungen in die Praxis umzusetzen. Mit dem 3-D-Drucker hatte sie heimlich einige Utensilien angefertigt wie eine Peitsche, Handschellen, eine Fasanenfeder, einen Dildo aus Glas, Vaginalkugeln und viele Dinge mehr. Diese Gerätschaften lagen feinsäuberlich auf einem Tischchen neben dem Bett, bereit, zum Einsatz zu kommen.

Fähnrich Kollon war pünktlich und sie bat ihn herein, als er Einlass zu ihrem Quartier begehrte. Der junge Tritorianer trat ein. Er war nervös, weil er nicht wusste, was ihn erwartete. Noch nie war im Quartier des Captains gewesen. Hatte er etwas falsch gemacht?

Die Tür schloß hinter dem Fähnrich automatisch.

„Ich bin hier“ vernahm er die Stimme des Captains aus dem Schlafgemach. Der Kadett fühlte sich ganz und gar nicht wohl in seiner Haut, setzte sich aber in Bewegung.
Das Schlafgemach des Captains wurde durch einen Glasperlenvorhang vom Wohnraum getrennt. Kollon erinnerte sich, das bei einer Observation gesehen zu haben. Das Licht im Schlafgemach war gedimmt.

Der Captain lag nackt auf dem Bett, hatte nur die Stiefel an. Der Anblick erregte den Fähnrich etwas, aber er fühlte sich auch unbehaglich.

„Ziehen Sie sich aus“ befahl der weibliche Captain. Kollon gehorchte.

„Kommen Sie näher“ befahl der Captain und der Fähnrich trat ans Bett.

„Noch näher“ sagte der Captain mit kehliger Stimme und der junge Kadett trat an die Bettseite.

Die Hand des Captains griff nach seinem Ejakulator. Sie streichelte ihn einige Minuten, aber es tat sich nichts. Der Captain begann, das beste Stück des Fähnrichs zu massieren, aber eine Erektion, wie der Captain es bei den Erdenbewohnern gesehen hatte, wollte sich nicht einstellen.

„Legen Sie sich aufs Bett, auf den Rücken“ befahl der Captain. Kollon tat wie ihm geheißen wurde.

Der Captain nahm den Ejakulator in die Hand und dann in den Mund. Sie begann den kleinen Kollon zu lutschen, zu lecken und zu saugen. Sie produzierte schmatzende Geräusche. Endlich zeigte das Glied eine leichte Reaktion und wurde etwas steif. Aber noch nicht so steif, dass der Captain sich das Ding einverleiben konnte.

Die Frau stand auf und nahm die Handschellen vom Tischchen. Damit fesselte sie die Handgelenke Kollons ans Bett. Dann begann sie wieder mit den Verführungsversuchen.

Der Captain war wirklich attraktiv. Die Frau hatte lange brünette Haare, die sie jetzt offen trug, meistens war die Haarpracht zusammengesteckt. Sie hatte schöne feste Brüste, auch wenn sie nicht übermäßig groß waren. Ihre Rumpfspalte war rasiert, ihre Figur war schlank und gepflegt.

Der Captain lutschte wieder an Kollons Ejakulator, aber da tat sich nichts.

„Los, sag mir auf der Stelle, was dich erregt oder ich sorge dafür, dass du in die Steinbrüche von Macadamia kommst.“

Angsterfüllt schaute Kollon die Befehlshabende an.

„Ich kann nichts dafür. Ich weiß nicht, was Ihr von mir verlangt. Ich habe so etwas noch nie gemacht.“

„Wir werden das Ding schon steif kriegen“ zischte der Captain. Er griff nach der Fasanenfeser und begann, den Fähnrich zu streicheln. Die Reaktion war alles andere als erotisch. Er begann zu kichern.

„Was ist jetzt?“ fragte die Frau gereizt.

„Ich bin kitzlig“ gluckste der junge Mann.

Der Captain öffnete die Handschellen, legte sich auf den Rücken und spreizte die Beine.

„Komme mit deinem Kopf zwischen meine Beine“ befahl die Frau dem Kadetten.

Er kniete sich zwischen ihre Beine und begann ihre Rumpfspalte zu küssen. Ganz sanft und vorsichtig.

„Steck deine Zunge rein und leck mich!“ drangen die Worte des Captains an seine Ohren.

Kollon wurde aktiver und mutiger und der Captain stöhnte leise. Die Frau merkte, wie sie unten feucht wurde. Dieses Gefühl hatte sie auch schon verspürt, wenn sie sich selbst dort gerieben hatte.

Jetzt wäre der geeignete Moment gewesen, dass Kollon den Ejakulator in sie einführte. Doch der hing teilnahmslos am Fähnrich herunter.

„Los, sorge dafür, dass du den Samen abgibst, als wärest du bei der Reproduktion.“

Der Kadett kniete immer noch zwischen den Schenkeln des Captains. Er mochte den höchsten Offizier nicht enttäuschen, aber es ging irgendwie nicht. Er war auch noch nie zum Samenspenden in der Reproduktionsanstalt einbestellt worden. Er hatte auch noch nie selbst Hand an sich gelegt.

Der Kadett starrte auf das fleischfarbene Geschlechtsteil. Der Captain zog die Schamlippen mit zwei Fingern auseinander. Warum passierte bei dem jungen Mann nichts?

Es gab ein klingelndes Geräusch.

Der Captain sprang auf und zog sich eilig einen Kaftan an.

„Keinen Mucks“ beschied sie den Fähnrich, der immer noch unschlüssig auf dem Bett hockte.

„Eintritt gewährt“ sagte der Captain und ein Leutnant trat ein.

„Ich bitte um Verzeihung, Kommandant, aber da ist etwas auf Schirm 16, das Sie sich ansehen sollten.“

Der Captain verschwand im Bad und kam mit Uniform wieder heraus.

„Lassen Sie uns gehen“ sagte die Frau.

„Meine Schicht ist zu Ende“ sagte der Leutnant. „Den Captain auf die Brücke zu bitten, war meine letzte Amtshandlung für heute.“

Der Captain beeilte sich zu den Aufzügen zu kommen. Er nahm an, der Leutnant würde ihm folgen. Dem war aber nicht so. Denn der hatte den nackten Fähnrich auf dem Bett entdeckt.

Der Leutnant schob mit einer Hand die Glasperlenbänder beiseite und trat ins Schlafzimmer.

„Was geht hier vor?“ fragte er Kollon.

Der berichtete dem Unteroffizier, was der Captain mit ihm angestellt hatte und was er mit dem Captain habe machen müssen.

„Dreh dich um 90 Grad und stütze dich auf den Händen ab“ befahl der Leutnant.

Der Fähnrich wagte nicht zu wiedersprechen. Sein Hinterteil ragte in die Höhe und er fühlte sich schutzlos ausgeliefert.

Das nächste was er spürte, war ein Druckgefühl und heftige Schmerzen, als der Leutnant seinen Ejakulator in Kollons Entleerungssektor einführte.

Der Captain betrachtete die Situation dank diverser Kameras auf seiner Armbanduhr.

„Warum muss ich einen homophilen Ergebenen erwischen?“ haderte sie mit dem Schicksal, während Kollon im Moment meilenweit entfernt davon war, Lust zu empfinden.

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