Helena

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Helena

Helena

Kastor Aldebaran

Helena war aufgeregt. Sie sah ein weiteres Mal in den Spiegel, betrachtete ihr leicht geschminktes Gesicht, besonders die rot hervortretenden Lippen, die dazu einluden sie zu betrachten und mehr. Helena war mit sich zufrieden, die Jahre ihres Lebens waren nicht spurlos an ihr vorbeigegangen, doch sie fand, dass die kleinen Fältchen um die Augen und Mundwinkel ihr einen gewissen Charme verliehen.  Natürlich wäre sie lieber jünger gewesen, doch die Zeit war unumkehrbar und sie hatte sich damit abgefunden. Sie war in einer Phase des Lebens angekommen, in der sie sich nichts mehr beweisen musste. Ihr vorheriger Partner hatte es vorgezogen, sich umzuorientieren, hatte sich den Prototypen eines blonden Dummchens angelacht und war der Meinung gewesen, diese nach seinem Willen formen zu können. Sie war Wachs in seinen Händen gewesen, hatte nicht bemerkt, wie er ihr seinen Stempel aufdrückte. Vielleicht war ihre Beziehung aus genau dem Grund zu Bruch gegangen, sie war eine fertige Frau gewesen, ließ sich nicht mehr verbiegen, wie er es wollte. Daher hatte es nicht lange gehalten. Was er jedoch in ihr entflammt hatte, war ein neuer Lebenswille. Sie wollte nicht mehr versauern wie zuvor, hatte sich alleine auf die Arbeit konzentriert und dabei vergessen, dass es mehr als Computer und Überstunden gab. Jetzt wollte sie aus ihrem alten Leben ausbrechen, auch wenn es ihr nicht leicht fiel.
Dazu hatte sie sich neue Klamotten gekauft, modisch und passend, damit sie ihre Figur zur Geltung brachten. Sie konnte sich sehen lassen, auch wenn ihr hier und dort ein paar Pfund weniger gefallen hätte. Trotzdem war sie zufrieden mit sich, war stolz auf ihre weiblichen Rundungen, die breitere Hüfte, die wohlgeformten Brüsten, ihre hübschen Beine, die sie nicht verstecken mussten und vor allem nicht wollte. Sie sollten ein Blickfang werden, um sofort zu zeigen, was sie für eine Frau war. Dazu hatte sie sich neue, schwarze Nylonstrümpfe gekauft, die sie jetzt aus der Klarsichtfolie holte, den Stoff über ihre Fingerkuppen streichen ließ. Sie fühlten sich seidig an, waren recht dunkel, fast blickdicht, dafür in der Höhe der Knöchel mit Strasssteinen besetzt, die im Licht ihres Schminktischchens aufblitzen.
Helena schmunzelte bei dem Gedanken, wie es an ihr wirkte, wenn sie wie kleine Leuchttürme an ihren Beinen funkeln würden. Entsprechend vorsichtig ging sie damit um, wollte, dass sie die Nacht überstand. Und wenn nicht, ein ungestümer Mann sie zerreißen würde, dann wäre es ihr auch egal.
Bedächtig zog sie die Strümpfe über ihre Füße, streifte sie langsam über die Waden, spürte sofort die entstehende Wärme, die von dem dünnen Gewebe zurückgestrahlt wurde. Es fühlte sich wahnsinnig sinnlich an, besonders als Helena sie bis zur Mitte ihrer Schenkel hochzog, der rüschenbesetzte, dunklere Rand der halterlosen Strümpfe, sich fest um ihr Bein legte. Kaum an seinem Platz, strich Helena mit ihren Fingerspitzen verträumt über die blinkenden Steinchen, musste dabei schmunzeln, wenn sie daran dachte, wie sie auf die Männer wirken mussten. Besonders wenn sie auf die Tanzfläche gehen, sich von der Musik treiben lassen. Sie würde sich lasziv bewegen und war sich sicher, dass sie nicht lange alleine blieb. Vielleicht kam ein junger Mann zu ihr, würde sie eindeutig antanzen, ihre Fantasie in Wallung bringen. Oder es wäre ein gut situierter Herr im Anzug, der nach einem alten Duft roch, den sie von ihrem Großvater kannte, dem die Weisheit ins Gesicht gemeißelt war. Alle was möglich, Helena fühlte sich nicht zu alt für einen Jüngling, nicht zu jung für einen älteren Genießer. Sie würde nicht Nein sagen, weder zu dem einen noch dem anderen, wenn die Chemie stimmte. Sie war frei, konnte machen und tun, was sie wollte. Dieses Gefühl ließ Helena schweben und träumen.
Mit diesen Gedanken im Kopf, stand Helena auf, betrachtete sich in voller Größe in dem hohen, schmalen Spiegel, der vor ihr stand, und kam sich verrucht vor. Nichts als die Strümpfe trug sie auf der blanken Haut, die sich deutlich von ihrer hellen Oberfläche absetzten. Fast wär der Rest von ihr nebensächlich gewesen, ihre wundervollen Brüste, ihre Scham mit dem kleinen kurz rasierten Landeplatz, den sie hatte stehen lassen. Lange hatte sie sich darum gekümmert, das Zentrum ihrer Lust sorgfältig vorbereitete, kein Haar sollte stören, wo es nicht hingehörte. Um das ein weiteres Mal zu überprüfen, schob Helena ihren Unterleib vor, betrachtete ihren rosig hervorstechenden Spalt. Er sah jung und frisch aus, wenig lugten ihre inneren Schamlippen hervor, zeigten jedoch deutlich an, wo sie am meisten Frau war.
Helena war sehr zufrieden mit dem, was sie sah, strich sich nachdenklich mit einer Hand über den Bauch, führte sie tiefer zwischen ihre Beine und hätte sich beinah ihrer Lust hingegeben. Doch sie schreckte davor zurück, wollte sich nicht schon jetzt ihrem Trieb ergeben. Dafür würde es Zeit und Gelegenheit genug geben, davon war sie überzeugt. Sofort zog sie ihre Hand zurück, spürte nur kurz ihre Berührung zwischen den Beinen.
Sofort schloss sie ihre Augen, fragte sich, wie es sein würde, wenn er sie das erste Mal berührte. Würde er hektisch sein, nicht abwarten können, oder sich zurückhalten, sie wie ein Gemälde betrachten, sie langsam erobern. Helena wusste nicht, was sie bevorzugen würde, beides schien ihr reizvoll zu sein. Sowohl das ungestüme Vorgehen als auch das Abwartende, quälend Langsame.
Ein Schauer rann über ihren Rücken, breitete sich im ganzen Körper aus, ließ eine wohlige Wärme in ihrem Leib zurück. Helena wusste, sie musste sich zügeln, sonst würde es zu spät dafür sein, sich nach draußen zu begeben.
Also riss sie ihre Augen auf, nahm ein weiteres neues Päckchen und öffnete es. Darin war ein Strapsgürtel, genauso schwarz wie die Strümpfe. Natürlich brauchte sie ihn nicht, das war ihr klar, doch es sollte ein Blickfang werden, es war ein schmückendes Beiwerk. Niemand brauchte Schmuck, doch das Auge aß mit, wollte verwöhnt werden.
Entsprechend nahm sie den Gürtel, schnallte ihn sich um und befestigte die Strapse mit ihren dafür vorgesehenen Befestigungen an den Strümpfen. Kaum war Helena damit fertig, sah sie in den Spiegel und war sich sofort darüber einig, dass es eine gute Entscheidung gewesen war. Selten hatte sie sich derart verführerisch gesehen, hätte sich in sich selber verlieben können. Dabei konnte Helena sich vorstellen, dass sie auch mit einer Frau nach Hause kommen könnte. Wäre sie ähnlich wie Helena angezogen, würde sie das Experiment wagen. Nein, sie hatte es vorher nie ausprobiert, war mit Männern glücklich gewesen, doch jetzt stellte sie infrage, ob es nicht auch anderes sein könnte. Sie war sich sicher, sie würde es drauf ankommen lassen.
Mit diesen für sie seltsamen Gedanken im Kopf, konnte sie sich kaum von ihrem Anblick im Spiegel trennen. Der Gürtel, die Strapse, die wunderbaren Strümpfe rahmten ihr Geschlecht geradezu ein, hoben es entsprechend deutlich hervor. Daher war es ihr fast zu schade, es zu verdecken. Fast wäre, sie dazu bereit gewesen nichts unter dem kurzen Rock zu tragen, als ihre eigene Haut. Die Vorstellung war erregend, besonders selber zu wissen, dass sie nackt unter dem Gewebe war.
Doch Helena entschied sich anders, sie hatte ihre Kollektion gekauft, um sie zu tragen. Daher machte sie eine weitere Verpackung auf, zog ein schwarzes Nichts heraus, ein Fähnchen, dünn und durchsichtig, gerade genug, um zu verbergen, was nicht verborgen werden wollte.
Helena stieg langsam hinein, zog es vorsichtig nach oben, betrachtete sich dabei im Spiegel, als sich ein schmales Dreieck über ihre Scham legte. Es zeigte mehr, als es verbarg, hatte kein Muster, um von dem Eigentlichen abzulenken. Daher sah man ihren Hügel deutlich, der Stoff legte sich fest darum herum, ließ selbst ihren Spalt erkennen. Jetzt wirkte es fast Nackter als zuvor, anrüchig, genau, wie sie es sich vorgestellt hatte. Wie würde es erst sein, wenn es ihr ausgezogen würde, problemlos weil über den Strapsen. Oder würde es voller Leidenschaft einfach beiseitegeschoben werden, damit es den Weg in ihren Körper nicht versperrte. Dazu stellte sie sich zittrige Finger vor, die an den Stoff griffen, ihn beiseite zerrten, ihn fast zerrissen vor ungestüm. Auch war möglich, dass es eine Zeit lang dort blieb, das zärtliche Hände darüber hinweg fuhren, sich ein Mund näherte, das Gewebe mit seinem Speichel benetzte, es durchsichtiger machte, als es ohnehin schon war. Es würde durchnässt sein, auch von ihrem Saft, sich danach sehnen, nicht dort zu sein. Vielleicht würden es Zähne sein, die es beiseite zogen oder ein Loch hineinbissen. Eine Vorstellung die Helena ein weiteres Mal erschaudern ließ. Sie wusste, sie musste damit aufhören, ihre Fantasie zügeln, spürte bereits ein leichtes Kribbeln im Unterleib. Als sie genauer hinsah, war bereits ein kleiner, nasser Fleck entstanden, genau dort, wo ihre Schamlippen sich aufspalteten.
Helena war erschrocken, auch wenn sie davon überzeugt war, dass es andere Menschen mögen würden. Zeigte es doch, wie bereit Helena war, ein deutliches Signal an alle, die es sehen würden.
Helena schüttelte ihren Kopf, ihre Haare flogen hin und her, blieben wie zufällig über ihrem Oberkörper hängen, verdeckten teilweise ihre Brüste. Auch die hatten reagiert, ihre dunkeln Knubbel standen hart und runzelig ab, schrien danach berührt zu werden. Mehr als das, sie wollten gerieben, gedrückt und geküsst werden, vielleicht sogar zärtlich gebissen.
Helena stöhnte auf, holte das nächste Stück aus einer Tüte, einen neuen BH, natürlich schwarz wie alles andere auch. Er war nicht dafür gedacht ihre Oberweite zu formen, das musste er auch nicht. Sie war stolz auf ihre Brüste, die trotz der Jahre ihres Lebens der Schwerkraft getrotzt hatten. Natürlich war sie keine zwanzig mehr, doch das war ihr egal. Besonders als sie den BH über ihre wohlgeformten Halbkugeln legte, der glatte Stoff über ihre Brustwarzen rieb.
Helena zuckte zusammen, ihr Mund öffnete sich und ihre Zunge fuhr langsam über die roten Lippen, ließ sie vor Feuchtigkeit glänzen. Ein leises Stöhnen drang dazwischen hervor, war kaum zu hören. Doch für Helena war es laut genug. Sie erschrak förmlich darüber, hatte es nicht kontrollieren können. Ihre Lust war weit gestiegen, begehren war aufgekeimt. Wenn sie sich nicht beherrschen würde, konnte es anders ausgehen als gedacht. Dabei war sie sich sicher, dass sie es nicht lange aushalten würde. Hatte sie den Richtigen gefunden, würde sie es wahrscheinlich nicht mehr bis nach Hause schaffen. Dabei stelle sie sich vor, wie sie in einer dunklen Gasse stand, ihren Partner wild küsste, er sie gegen eine Hauswand drückte, seine Hände auf ihrem gesamten Körper. Sie würde es kaum aushalten können, es gerade schaffen, seine Hose zu öffnen. Er wäre ebenfalls nicht mehr zu bremsen. Seine Hände würden unter ihren Rock fahren, ihn hochheben, genauso wie ein Bein. Von seiner Hose befreit, würde es wenige Sekunden dauern, bis Helena ihn in sich spürte, seine Kraft und Lust. Sie würde sich treiben und nehmen lassen, sich seiner Leidenschaft ergeben.
Helena riss ihre Augen auf, starrte sich durch den Spiegel selber an. Ihre Vorstellung war derartig heftig gewesen, dass der Fleck in ihrem Höschen sich ausgebreitet hatte. Jetzt war er deutlich zu sehen, und es war klar, dass es kaum aufzuhalten war. Dazu musste sie sich selber zügeln, fast kam es ihr wie Folter vor. Daher öffnete sie eine längliche Schachtel, in der der Höhepunkt ihre Ausstattung lag. Schwarze Heels mit blutroter Sohle und Absätzen. Schlicht in der Ausführung, ohne großen Schnickschnack, trotzdem würden sie einen absoluten Blickfang geben.
Wie hypnotisiert nahm Helena sie aus der Verpackung, ließ ihre Finger über die glatte Oberfläche des Leders gleiten und setzte sich dabei auf die kleine Bank vor dem Schminktisch.
Sie fühlten sich kühl an, glänzten im Licht. Der Lack auf dem Leder tat seine volle Wirkung und würde sie auf der Tanzfläche strahlen lassen. Direkte darüber die Strasssteinchen der Strümpfe. Wer könnte dem Anblick standhalten, ohne Helena zu vergöttern.
Bedächtig hob Helena ein Bein an, führte einen ihrer zierlichen Füße hinein. Danach verfuhr sie mit dem anderen Schuh genauso, betrachtete das vollendete Werk. Es passte perfekt und hätte in ihrer Vorstellung nicht besser wirken können. Helena war mit sich und dem, was sie eingekauft hatte, sehr zufrieden, die Ausgaben hatten sich gelohnt.
Als Nächstes zog Helena ihre neue Bluse an, deren Stoff fast so dünn war, wie ihr Höschen. Man musste nicht lange hinsehen, um ihren BH darunter zu erkennen. Er hob sich deutlich und dunkler ab, würde besonders im gellen Licht der Strahler auf der Tanzfläche noch mehr hervortreten. Genau das war Helenas Absicht. Sie wollte sich präsentieren, ihre Vorzüge hervorheben, zeigen, was sie hatte. Nein, sie gehörte noch lange nicht zum alten Eisen, das bewies sie sich gerade. Sah sie in den Spiegel, hätte sie selber zu sich nicht Nein gesagt, im Gegenteil. Eine zweite Frau wie sie hätte Helena gerne bei sich gehabt sie willkommen geheißen.
Helenas Lippen verzogen sich zu einem feinen Lächeln, besonders als sie aufstand, ihren kurzen, natürlich ebenfalls schwarzen Ledermini anzog und sich jetzt voll ausgestattet betrachtete. Sie würde keinen Schmuck nötig haben, es würde nur von ihr selber ablenken. Die Menschen sollten sie sehen, wie sie war, eine wunderschöne Frau in den besten Jahren. Genau das war es, was sie war und sie war sich sicher, dass sie jeden haben konnte. Daher betrachtete sie sich zufrieden, nahm ihre kleine Tasche auf, die sie immer bei sich trug, und zog ihr Handy heraus. Wenig später bestellte sie sich ein Taxi. Kurz bevor sie ihr Schlafzimmer verließ, nahm sie einen Hauch von Parfüm und sprühte es sich auf Hals und Schläfen, danach etwas über ihr breites Bett. Sie war sich sicher, dass sie diese Nacht nicht alleine verbringen würde. Sie war frei!

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