Dann schob sie mich förmlich aus dem Raum. Ein letztes Küsschen und die Tür schloss sich. Beide Zugangskarten befanden sich in meiner Hand.
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Rainer? Was für ein Rainer? Ging es mir durch den Kopf, als er anrief. „Rainer? Was für ein Rainer?“, sagte ich. Er lachte, unverwechselbar. „Rainer!“, lachte ich zurück. „Warum sagst Du das nicht gleich?“ Klar kannte ich diesen Rainer. Wir gehörten damals, lang ist´s her, zu einer netten kleinen Studentenclique. Er studierte etwas Anderes und war auch schon in einem höheren Semester. Immer wieder, auch nach dem Studium, trafen wir uns, gingen aus oder unternahmen sonst etwas. Es war immer lustig, besonders wenn neue Partner ins Spiel kamen. Seine Sabine, von der er nach einem kurzen SmallTalk erzählte, kannte ich allerdings nicht. Schon bald kam er auf sein Anliegen zu sprechen. Erst wollte ich die Geschichte nicht glauben, dann amüsierte sie mich. Am Ende war ich fasziniert. „Das hat sie alles schon gemacht?!“ „Ja,“ erwiderte er mit seiner männlich-tiefen verführerischen Stimme. „Und jetzt kommst Du ins Spiel! Natürlich nur, wenn Du Spaß daran hast.“ „Raus mit der Sprache!“, antwortete ich.
Er erklärte mir die „Spielregeln“. Ich schluckte. Hm, das klang wirklich prickelnd. Und wenn alle Beteiligten einverstanden waren...
„Ok, ich bin dabei. Wann und wo?“. Er lachte wieder. „So kenne ich Dich! Kurz und knapp und ohne Rumgeeiere. Also: Wir kommen zu Dir. Nein, nicht nach Hause. Wir haben ein Zimmer im X-Hotel. Morgen, Freitag, Abend, Zwanzig Uhr. Ach ja, ich schicke Dir gleich ein Bild von Sabine. Und morgen rufe ich Dich am frühen Abend noch mal an.“ „Fein“, erwiderte ich und beendete das Gespräch.
In Wahrheit war ich natürlich nicht ganz so cool, wie ich am Telefon gewirkt haben mochte. Das merkte ich am nächsten Nachmittag, als ich mich für das seltsame Date vorbereitete, duschte, Haare wusch und fönte, aufbrezelte, dezent beduftete und anzog.
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